26.07.2014, 16:22 Uhr

Auftaktspiel gegen Cottbus 1:3 - VfL-Saisonstart geht völlig in die Hose


Osnabrück. Werbung in eigener Sache sieht anders aus. Fußball-Drittligist VfL Osnabrück hat vor einem TV-Millionenpublikum die Chance nicht genutzt, um bundesweit auf sich aufmerksam zu machen und ist mit dem 1:3 (0:1) gegen Energie Cottbus in die Saison fehlgestartet.

Die in einigen Testspielen noch überzeugende und Hoffnung machende Mannschaft von Trainer Maik Walpurgis gelang es zu keiner Zeit, das erwartungsfrohe Publikum auf seine Seite zu ziehen und schaffte es selbst nicht in Unterzahl des Gegners, diesen ernsthaft in Gefahr zu bringen. Das Ehrentor von Salem (87.) schmeichelte den Lila-Weißen fast schon.

Taktik und Aufstellung: Die langen Überlegungen im Trainerteam mündeten schließlich in der Überlegung, Frank Lehmann ins Tor zu stellen. Da der zuletzt für den Zweitligisten FSV Frankfurt aktive und zwischenzeitlich angeschlagene Marcel Kandziora im Training wieder voll belastbar war, erhielt er den Posten in der Linksverteidigung vor dem in der Vorbereitung Akzente setzenden Maik Odenthal. Mit Innenverteidiger Davide Grassi, Stürmer Kevin Freiberger, Kandziora, Außenstürmer Milad Salem, Mittelfeld-Abräumer Sofien Chahed, Außenverteidiger Christian Groß und Angriffsspitze Marcos Alvarez standen sieben Neuzugänge in der Startelf. Walpurgis setzte auf das bewährte 4-4-2-System, das ihm einige Variationsmöglichkeiten lassen sollte, diese aber zunächst nicht zum Tragen kamen.

Höhepunkte und Tore: Die selbstbewussten Gäste brauchten nicht lange, um in die Partie zu finden. Nach der ersten klaren Torchance war Pospech zur Stelle, als er das Zuspiel von Linksaußen Michel reaktionsschnell über die Linie drückte und allen VfL-Verteidigern zuvorkam (16.). Nur kurz nach Wiederbeginn vertändelte Grassi das Leder, Holz hatte alle Zeit den Schnellangriff mit einem gescheiten Pass auf Michel abzuschließen, der mit einem Flachschuss traf (49.). Zehn Minuten später schwächten sich die Cottbuser selbst, als Mittelfeldspieler Zeitz nach einem rüden Foulspiel gegen Freiberger die Rote Karte sah. Doch damit war der Torhunger nicht gestillt, denn nach einem Ballverlust von Chahed schlug der frisch eingewechelte Kleindienst (69.) erbarmungslos zu. Nach einem energischen Einsatz des eingewechselten Addy Menga gelang dem VfL durch Milad Salem immerhin noch der Ehrentreffer (87.).

Spielverlauf: Der engagiert beginnende VfL versuchte zunächst über die Außenpositionen ins Spiel zu finden, doch die Gäste positionierten sich ausgewählt sortiert. Das Team des früheren Bielefelder Aufstiegstrainers Stefan Krämer stand sogar kurz vor dem Führungstreffer, als der neue Innenverteidiger Mimbala zum Kopfball kam, aber dessen VfL-Pendant Davide Grassi auf der Linie klärte (12.). Die Osnabrücker schafften es erst recht nach dem Rückstand nicht, einen kontrollierten Spielaufbau hinzubekommen. Aus der Mittelfeldzentrale kam zu wenig, dort musste man den Cottbusern hinterherlaufen. Der ansonsten auch in Zweikampfsituationen erprobte Milad Salem kam auf der rechten Seite ebensowenig zum Zug wie Kollege Michael Hohnstedt links. Energie kontrollierte das Spiel, ohne in Überanstrengung verfallen zu müssen. Den ersten wirklichen Torschuss gab es kurz vor dem Pausenpfiff, als der sonst nicht ins Spiel gebrachte Stürmer Marcos Alvarez seinen Distanzschuss zu hoch ansetzte. Der VfL-Vortrag vor der Pause war enttäuschend, das Spiel nicht durchdacht und fußte zu sehr auf dem Zufallsprinzip. Auch wenn sich das Publikum mit Unmutsäußerungen zur Pause zurückhielt, so war die Ernüchterung registrierbar.

Sie schlug sogar in Entsetzen um, als die Cottbuser erhöhten, und alles darauf hinauslief, als würde der VfL als klarer Verlierer vom Platz gehen. Immerhin gab der Lachenkracher von Salem (59.) nach dem Platzverweis für Zeitz ein wenig Hoffnung, obwohl: die klaren Aktionen fehlten. Auch die späte Einwechslung von Publikumsliebling Addy Menga brachte keine grundlegende Wende mehr, aber immerhin den Anschlusstreffer.

Wertung: Im neuformierten VfL-Team lief wenig bis nichts zusammen. Ein echtes Kombinationsspiel, das zu gefährlichen Szenen vor des Gegners Tor führte, war nicht zu erkennen. Überdies gab es in der Defensive zu viele Situation, die es den Lausitzern einfach zu leicht machten.

Hier der Liveticker zum Nachlesen

So haben die anderen Mannschaften der 3. Liga am Samstagnachmittag gespielt


Spieler des Tages

Elf des Tages

SpielerNrPositionNoteØ

Eingewechselt

VfL Osnabrück: Lehmann – Groß, Pisot, Grassi, Kandziora – Salem, Feldhahn, Chahed, Hohnstedt (69. Ornatelli) – Freiberger (82. Menga), Alvarez (69. Iljutcenko) Energie Cottbus: Renno – Berger, Möhrle, Mimbala, Szarka - Zeitz, Ledgerwood – Makareko (73. Perdewej), Holz, Michel – Pospech (60. Kleindienst)

Tore: 0:1 Pospech (16.), 0:2 Michel (49.), 0:3 Kleindienst (69.), 1:3 Salem (87.)

Zuschauer: 8800

Schiedsrichter: R. Kempter (Sauldorf), überzeugende Leistung.

Gelbe Karten: -

Rote Karte: Zeitz (59. Grobes Foulspiel an Freiberger)

Nächstes Spiel: Chemnitzer FC – VfL (Samstag, 2. August, 14 Uhr)

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