22.04.2017, 09:30 Uhr

Urlaubsgrüße an den Weihnachtsmann Christkind in Himmelpforten bekommt schon nach Ostern Post

Zwischen 35.000 und 45.000 Briefe bekommt der Weihnachtsmann in Himmelpforten jährlich. Foto: dpaZwischen 35.000 und 45.000 Briefe bekommt der Weihnachtsmann in Himmelpforten jährlich. Foto: dpa

Osnabrück. Tausende Briefe kommen vor Weihnachten im Weihnachtspostamt Himmelpforten (Landkreis Stade) an. Für die Mitarbeiter ist dann viel zu tun. Doch was passiert kurz nach Ostern im Postamt?

Während fast alle auf den Sommer warten, kann sich auch Wolfgang Dipper noch gemütlich zurücklehnen. Der 56-Jährige leitet seit 2003 das Weihnachtspostamt Himmelpforten – eines von sieben Postämtern in Deutschland, wo die Post an den Weihnachtsmann oder das Christkind gesammelt wird. „Im Moment kommen zwischen zwei und drei Briefe pro Woche“, sagt Dipper. So summiert sich die Zahl von Januar bis September auf etwa 500 Schreiben – ein Bruchteil der Post, die danach noch bis Weihnachten eintrudelt: Zwischen 35.000 und 45.000 Briefe werden jährlich an den Weihnachtsmann oder das Christkind nach Himmelpforten geschickt.

Urlaubsgrüße an den Weihnachtsmann

Bis zum Herbst lässt sich Dipper die Briefe deshalb nach Hause schicken. Ab und zu öffnet er mal einen, in der Regel beantwortet er sie aber nicht. Allerdings merkt der Postbeamte im Ruhestand anhand des Briefkasteninhalts, wann Sommerferien sind. „Einige Kinder schicken dem Weihnachtsmann Urlaubsgrüße. Das ist schon niedlich. Es ist schön zu sehen, dass Kinder sich darüber Gedanken machen, was der Weihnachtsmann in seinem Urlaub so tut“, sagt Dipper. Weihnachtsstimmung komme bei ihm dadurch aber nicht auf.

27 Ehrenamtliche im Postamt

Obwohl ab Anfang Oktober immer mehr Briefe nach Himmelpforten geschickt werden, nimmt das Team erst in der Woche vor dem ersten Advent seine Arbeit auf. Dann erst öffnet das Postamt. 27 Ehrenamtliche im Alter von 23 bis 84 Jahren beginnen dann damit, die Briefe zu beantworten. „Die Post kommt aus aller Welt“, sagt Dipper. Auch viele Schreiben von Studenten aus Asien seien darunter – weil sie einen Brief vom Weihnachtsmann bekommen wollen, vermutet Dipper.

Wolfgang Dipper leitet das Christkindpostamt in Himmelpforten. Archivfoto: dpa

Dieser enthält in jedem Jahr eine andere Weihnachtsgeschichte. Manchmal werde das Antwortschreiben auch personalisiert, zum Beispiel, wenn der Empfänger Geburtstag hatte oder der Brief sehr persönlich war. „Es gibt persönliche Wünsche, die mich berühren. Da habe ich manchmal auch Tränen in den Augen.“

Andere Wünsche

Bereits in den 1970er-Jahren kamen tausende Briefe in Himmelpforten an. Doch erst seit etwa zehn oder zwölf Jahren bekommt der Weihnachtsmann das ganze Jahr über Post. Auffallend sei, dass sich die Wünsche mit der Zeit verändert hätten. „Früher wollten Kinder einen Baukasten oder eine Eisenbahn, das ist nur noch bei den Fünf- bis Sechsjährigen so. Die älteren wünschen sich ein Handy oder andere elektronische Sachen.“ Häufig stünden aber auch nicht-materielle Sachen auf dem Wunschzettel – Schnee oder Weltfrieden zum Beispiel. „Man muss sich wundern, was für Gedanken sich die Kinder machen.“

Ein bisschen heile Welt

Viele von ihnen schreiben laut Dipper jedes Jahr an den Weihnachtsmann. Häufig bekäme das Team auch einen Dankes-Brief zurück. „Für mich ist es wichtig, dass der Gedanke an den Weihnachtsmann oder das Christkind erhalten bleibt. Wir zaubern den Kindern ein Blitzen in die Augen. Das ist ein bisschen heile Welt. Gerade jetzt, wo die Welt immer härter wird, ist das wichtig.“

Doch Kinder (oder Erwachsene) können nicht nur dem Weihnachtsmann schreiben: Auch der Osterhase im Osterpostamt in Ostereistädt bekommt laut Dipper jedes Jahr sehr viele Briefe.


Die Adresse des Weihnachtspostamtes Himmelpforten

An das Christkind

21709 Himmelpforten

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