20.04.2017, 06:49 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Schlammmassen nach Regenfällen Mindestens 16 Tote durch neue Erdrutsche in Kolumbien


Bogotá. In Kolumbien sind bei erneuten Erdrutschen mindestens 16 Menschen ums Leben gekommen.

Die Schlammmassen gingen am Mittwoch nach heftigen Regenfällen auf acht Viertel der Stadt Manizales nieder, mehrere Einwohner wurden dort noch vermisst. Staatschef Juan Manuel Santos machte den Klimawandel für die neuerliche Katastrophe verantwortlich. Bereits Ende März waren hunderte Menschen bei Erdrutschen in der südkolumbianischen Stadt Mocoa gestorben.Manizales ist die Hauptstadt von Kolumbiens größtem Kaffeanbaugebiet, dem Departamentos Caldas. Die 400.000 Einwohner zählende Stadt sei „im wahrsten Sinne abgeschnitten durch Erdrutsche, Überschwemmungen“, sagte Bürgermeister José Octavio Cardona. In den betroffenen Vierteln wurden vorsichtshalber die Strom- und Gasversorgung gekappt. Einsatzkräfte suchten zwischen umgestürzten Bäumen und zerstörten Häusern nach Überlebenden.

Nach Angaben des Bürgermeisters war die Stadt nach tagelangem starkem Regen bereits im Alarmzustand. Doch dann habe ein Wolkenbruch eingesetzt, dem alle Vorsichtsmaßnahmen nicht gewachsen gewesen seien. Präsident Santos begab sich an den Unglücksort in Manizales. „Das ist das Ergebnis des Klimawandels“, sagte Santos. „Wenn die Temperaturen steigen, füllen sich die Wolken stärker und es regnet mit mehr Intensität.“ Der Staatschef rief zum Schutz der Wälder und der Umwelt auf, um derartige Katastrophen zu verhindern.Ende März hatten Schlammlawinen weite Teile der südlichen Stadt Mocoa zerstört. Mindestens 323 Menschen starben, unter ihnen sehr viele Kinder und Jugendliche. Laut einer Studie der Staatlichen Universität von Kolumbien könnten sich derartige Katastrophen wie in Mocoa an fast 400 weiteren Orten des Landes wiederholen.


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