02.12.2016, 10:13 Uhr

Weihnachtspost und Nahrung verglüht Russische Transportrakete über Sibirien abgestürzt

Ein russischer Raumfrachter ist kurz nach dem Start zur Internationalen Raumstation ISS verloren gegangen. Nach technischen Problemen sei das unbemannte Progress-Raumschiff mit 2,5 Tonnen Nachschub wahrscheinlich auf die Erde gestürzt, sagten Vertreter der russischen Raumfahrt. Foto: Stringer/afpEin russischer Raumfrachter ist kurz nach dem Start zur Internationalen Raumstation ISS verloren gegangen. Nach technischen Problemen sei das unbemannte Progress-Raumschiff mit 2,5 Tonnen Nachschub wahrscheinlich auf die Erde gestürzt, sagten Vertreter der russischen Raumfahrt. Foto: Stringer/afp

Baikonur. Eine russische Transport-Rakete ist 190 Kilometer über der unbewohnten Gebirgsregion Tuwa in Sibirien abgestürzt. 2,5 Tonnen Nachschub sollte der Transporter zur Raumstation ISS bringen. Doch kurz nach dem Start gab es massive Probleme.

Die Ladung enthielt unter anderem Weihnachtspost für die in der ISS stationierten Astronauten. Der Transporter vom Typ Progress sei etwa 190 Kilometer über der schwer zugänglichen und unbewohnten Gebirgsregion Tuwa in Russland verloren gegangen, teilte die Raumfahrtbehörde Roskosmos am Donnerstag in Moskau mit. „Die Mehrheit der Fragmente ist in der Atmosphäre verbrannt.“

Die Versorgung der sechs Raumfahrer auf der ISS sei trotz des Ausbleibens von Nahrungsmitteln und Treibstoff nicht gefährdet, hieß es. Man könne den für Februar geplanten nächsten Start vorziehen.

Ist ukrainischer Antrieb schuld?

Nach dem Abheben der Sojus-Trägerrakete vom Weltraumbahnhof Baikonur (Kasachstan) habe sich die dritte Stufe möglicherweise zu früh getrennt, teilte die Flugleitzentrale bei Moskau mit. Der Datenkontakt riss ab. Der Transporter sollte neben frischem Proviant auch private Post und einen neuen Raumanzug zur Station bringen.

Der Frachter sollte ursprünglich am Samstag an der ISS rund 400 Kilometer über der Erde andocken. Derzeit arbeiten drei Russen, zwei US-Amerikaner und ein Franzose auf dem Außenposten der Menschheit.

Russische Sojus-Trägerraketen gelten als zuverlässig. „Wenn ein Unfall passiert ist, könnte es ein Versagen des Antriebs sein, der in Woronesch hergestellt worden ist, oder ein Versagen der Steuerung, die nach ersten Angaben beim Werk „Kommunar“ in Charkiw programmiert worden ist“, sagte ein Experte. Charkiw liegt in der Ukraine.


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