18.04.2015, 06:03 Uhr

Motorradfahrer wesentlich häufiger verletzt Zahl der getöteten Radfahrer 2014 stark gestiegen

Oft Grund für tödliche Unfälle mit Radfahrern: abbiegende Lkw, deren Fahrer den Radfahrer nicht gesehen haben oder im totel Winkel nicht sehen konnte. Symbolfoto: dpaOft Grund für tödliche Unfälle mit Radfahrern: abbiegende Lkw, deren Fahrer den Radfahrer nicht gesehen haben oder im totel Winkel nicht sehen konnte. Symbolfoto: dpa

Osnabrück. Pünktlich zum europaweiten Blitzmarathon hat das Statistische Bundesamt neue Unfallzahlen vorgelegt. Auf deutschen Straßen stieg die Zahl der verletzten und getöteten Menschen im vergangenen Jahr an. Insbesondere Fahrrad- und Motorradfahrer wurden im Vergleich zum Vorjahr wesentlich häufiger verletzt oder kamen ums Leben.

Insgesamt wurden im Jahr 2014 302.347 Menschen bei Unfällen verletzt oder getötet. Das ist ein Plus von fast vier Prozent gegenüber 2013, als 291.105 Menschen bei Unfällen geschädigt worden waren. Mehr als 80 Prozent der Verletzten oder Getöteten saßen in einem Auto.

In Stadt und Landkreis Osnabrück starben 39 Menschen (LK 29, Stadt, 6, BAB 4, zehn mehr als im Vorjahr. 463 Menschen wurden schwer verletzt. In der gesamten Polizeidirektion von Aurich bis Osnabrück kamen 93 Menschen bei Unfällen ums Leben.

Weiterlesen: Blitzmarathon: Mehr als 5000 Tempoverstöße in Niedersachsen

Mehr geschädigte Motorradfahrer

Drastische war der Anstieg bei den Motorradfahrern, die bei Unfällen verletzt oder getötet worden waren. Ihre Anzahl stieg von 26.262 im Jahr 2013 auf 29.771 im vergangenen Jahr – ein Anstieg um 13,36 Prozent. Insbesondere schwere Verletzungen legten bei Bikern zu (+ 12,54 Prozent). Die Zahl der getöteten Motorradfahrer stieg um drei Prozent auf 614.

In der Polizeidirektion Osnabrück starben im vergangenen Jahr 17 Motorradfahrer, 257 wurden schwer verletzt. In Stadt und Landkreis Osnabrück stieg die Anzahl der Motorradunfälle (unabhängig von einer Verletzung) um 32 Prozent auf 344 an. Sechs Fahrer starben (2013: 3), 74 erlitten schwere Verletzungen (2013: 62).

Starker Anstieg auch bei Radfahrern

78.652 Fahrradfahrer wurden im vergangenen Jahr bei Unfällen geschädigt. Das ist ein Anstieg von 9,92 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die meisten Radfahrer wurden lediglich leicht verletzt (68.141), 405 starben aber auf deutschen Straßen. Das sind 11,26 Prozent mehr als 2013, als 364 Radfahrer im Verkehr ums Leben kamen. Die Anzahl der Schwerverletzten stieg ebenfalls: um 10,46 Prozent auf 15.232.

In Stadt und Landkreis Osnabrück stieg die reine Anzahl der Fahrradunfälle um 13 Prozent auf 803 an. Sieben endeten tödlich, in der gesamten Polizeidirektion waren es 14 Tote.

ADFC will mehr Sicherheit und mahnt

Der ADFC forderte angesichts dieser Zahlen sichere Fahrradwege, elektronische Warnsysteme in Lkw gegen den toten Winkel, mehr Kontrollen an Kreuzungen sowie mehr Tempo-30-Zonen . „Verkehrssicherheit darf nicht bis morgen warten – wir brauchen jetzt Maßnahmen, um die bedrückende Anzahl von Toten und Verletzten zu minimieren“, teilte Bundesvorstand Ulrich Syberg mit. Der ADFC wie auch die Osnabrücker Polizei führt die erhöhte Anzahl verunglückter Radfahrer auf den milden Winter zurück, durch den mehr Radfahrer unterwegs gewesen seien. Zudem führen Autofahrer bei gutem Wetter schneller. Der ADFC weist aber rauch daraufhin, dass Radfahrer häufig selbst Schuld an einem Unfall seien, insbesondere durch Fahren auf der falschen Seite und auf Gehwegen. So rechnete auch die Polizei unlängst vor, dass in Osnabrück an jedem dritten Unfall der Radfahrer selbst schuld sei.

Kaum eine Veränderung bei Fußgängern

Die Anzahl der Unfälle mit Fußgängern (mit Personenschäden) hingegen ist 2014 mit insgesamt 32.124 nahezu konstant geblieben (2013: 32.139).

Die meisten schweren Unfälle passieren übrigens am 1. Mai, insbesondere Motorradfahrer sind an diesem Tag gefährdet.

Weiterlesen: Blitzmarathon 2015: Ergebnisse der Kontrollen in der Region

Fehler beim Abbiegen und Tempo

Fehler beim Abbiegen (58.156), zu hohe Geschwindigkeit (45.868), zu geringer Abstand (49.505) und Vorfahrtsfehler (53.930) gehörten zu den häufigsten Ursachen für Unfälle, bei denen Menschen verletzt oder getötet wurden.


Blaulichtradar: Was ist in Ihrer Region passiert?
Was soll angezeigt werden?
current-position

Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes geben lediglich die Häufigkeit verletzter und getöteter Personen wieder. Sie alleine lassen keinen Rückschluss auf die Schuldfrage zu.

0 Kommentare