30.11.2016, 07:32 Uhr

So ist die Regel Schach-WM soll im Tiebreak entschieden werden

Die Entscheidung bei der Schach-WM soll durch ein nervenaufreibendes Tiebreak entschieden werden. Zwischen Magnus Carlsen (links) und Sergej Karjakin steht es nach zwölf Partien remis. Foto: dpaDie Entscheidung bei der Schach-WM soll durch ein nervenaufreibendes Tiebreak entschieden werden. Zwischen Magnus Carlsen (links) und Sergej Karjakin steht es nach zwölf Partien remis. Foto: dpa

Moskau. Die Entscheidung bei der Schach-WM durch ein nervenaufreibendes Tiebreak stößt in Russland auf scharfe Kritik. „Das ist kein Schach mehr“, sagte der russische Ex-Weltmeister Anatoli Karpow der Agentur Tass.

„So kann man den Meister in einem Hinterhof ermitteln, aber nicht den Weltmeister“, kritisierte er das komplizierte Spielsystem. Titelverteidiger Magnus Carlsen aus Norwegen und der russische Herausforderer Sergej Karjakin hatten sich am Montag zum zehnten Mal in der laufenden Weltmeisterschaft remis getrennt. Damit stand es nach zwölf Spielen 6:6. Nun muss der Schachkönig am Mittwoch in New York (Ortszeit/Nacht zum Donnerstag MEZ) in einer Folge von Schnell- und Blitzschach ermittelt werden.

Die Tiebreak-Regel für Schach-Weltmeisterschaften gleicht einem Lotteriespiel. Beim Stand von 6:6 nach zwölf Partien kommt es zu einem Stichkampf – wie nun am Mittwoch zwischen Titelverteidiger Carlsen und Herausforderer Karjakin:

  • Zunächst werden vier Schnellpartien mit einer Bedenkzeit von 25 Minuten für jeden Spieler ausgetragen. Dabei erhält jeder noch 10 Sekunden Zeitgutschrift pro Zug.
  • Enden diese Partien mit einem 2:2, werden zunächst zwei Blitzpartien angesetzt. Dabei hat jeder Spieler fünf Minuten Bedenkzeit und bekommt für jeden Zug drei Sekunden Zeitgutschrift.
  • Maximal sind fünfmal zwei Blitzpartien zu spielen.

„Sudden Death“

  • Geht auch das letzte Mini-Match unentschieden aus, kommt es zur ultimativ letzten Partie, dem „Sudden Death“.
  • Beim „Sudden Death“ erhält der Spieler mit Weiß fünf Minuten Bedenkzeit für die gesamte Partie – und er muss gewinnen. Der Spieler mit Schwarz bekommt nur vier Minuten, aber ihm genügt ein Remis, um zum Weltmeister erklärt zu werden.

Carlsen Favorit?

Der 26-jährige Karjakin gab sich nach der zwölften Partie bescheiden und bezeichnete Carlsen als Favorit. „Ich hoffe auf einen Sieg“, sagte er aber. Carlsen bescheinigte seinem Herausforderer vor dem entscheidenden Spieltag Nervenstärke. Zwar wird Carlsen auch in Sportwetten als Favorit gehandelt. Aber russische Beobachter sehen die Chancen ausgeglichen. Die WM habe zwei gleichwertige Gegner, meinte Alexander Schukow, Vizechef der Staatsduma in Moskau. „Jedes Ergebnis ist möglich.“


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