18.11.2016, 09:00 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Punktgleich mit Bayern Sechs Gründe für den sportlichen Erfolg von RB Leipzig

15 Spiele, elf Siege, drei Remis und eine Niederlage – Aufsteiger RB Leipzig steht punktgleich mit Rekordmeister FC Bayern München an der Bundesliga-Tabellenspitze. Foto: dpa15 Spiele, elf Siege, drei Remis und eine Niederlage – Aufsteiger RB Leipzig steht punktgleich mit Rekordmeister FC Bayern München an der Bundesliga-Tabellenspitze. Foto: dpa

tim/csc Leipzig. 15 Spiele, elf Siege, drei Remis und eine Niederlage – Aufsteiger RB Leipzig steht punktgleich mit Rekordmeister FC Bayern München an der Bundesliga-Tabellenspitze. Sechs Gründe für den Erfolg der Sachsen. Am Mittwoch, 21. Dezember 2016, treffen die beiden Klubs am 15. Spieltag aufeinander.

Das Führungsteam: Der große Mann im Hintergrund ist Dietrich Mateschitz. Der Milliardär hat mit RB-Sportdirektor Ralf Rangnick schon bei Red Bull Salzburg gearbeitet und kennt die strategischen Qualitäten des Schwaben. Er hat Vertrauen zu Rangnick und gibt ihm größtmöglichen Handlungsspielraum. Zum Beispiel, um einen passenden Trainer zu verpflichten. Ralph Hasenhüttl holte Rangnick vom FC Ingolstadt. Er hat in ihm einen Chefcoach, der wissbegierig und lernfreudig ist und auch Mut zum Risiko hat. All das spiegelt sich in einem offensiven Spielstil wider.

Klare Vorgaben: An Trainingstagen herrscht Anwesenheitspflicht auf dem Clubgelände von 8 bis 19 Uhr. Zwischen den Trainingseinheiten und drei Mahlzeiten müssen sich die Kicker anderweitig miteinander beschäftigen. Es wird Billard, Schach oder Tischtennis gespielt. Das, so die Philosophie dahinter, schweißt zusammen und zeigt sich in Leipzig auch in der Freizeit. Etliche Profis treffen sich regelmäßig zu Playstation-Aktivitäten – mit einer echten Besonderheit: Es werden nicht Spiele gegeneinander, sondern als Team miteinander ausgetragen. Teampsychologe Sascha Lense und Hasenhüttls Co-Trainer gehen immer wieder mit Fußballern ins Kino oder gar in die Oper. So, heißt es, spüre man, wie sie ticken.

Die Fitness: Für alle RB-Akteure beginnt die Woche mit einem Nadelpieks. Jeden Tag werden den Leipziger Profis ein paar Blutstropfen abgenommen, um den pKs-Wert zu bestimmen. Der gibt Auskunft darüber, wie erschöpft der Blutspender ist. Ist ein Spieler müde, bekommt er sofort eine Trainingspause. Stichwort Ernährung: Im Trainingszentrum werden täglich fünf verschiedene Mahlzeiten angeboten: glutenfrei, laktosefrei, gluten- und laktosefrei, vegan sowie ein Vollwertessen. „Ich spüre, dass ich fitter bin“, sagt Timo Werner, der vom Bundesligaabsteiger VfB Stuttgart kam. Dort ging es anders zu, wie der 20-Jährige berichtete: „In Stuttgart gab es schon mal einen Döner in der Mittagspause.“

Das Pressing: Man kann diese Art, zu attackieren, Rangnicks und Hasenhüttls Überfalltaktik nennen. Kernpunkte: Nach Ballverlust Rückeroberung in möglichst nicht mehr als fünf Sekunden, in dem der Gegner in Überzahl und im Sprint angegriffen wird; bei Balleroberung gibt ein Spieler das Kommando zum schnellen Konter in die Unordnung des Gegners; es gibt klar festgelegte Kontervarianten mit Lauf- und Passwegen mit maximal zwei Ballkontakten; der Konter darf nicht mehr als zehn Sekunden dauern; Fehlpässe machen nichts, dann wird wieder gepresst; Ballhalten in den eigenen Reihen ist angesagt, wenn es gilt, den Energiespeicher wieder aufzuladen.

Die akribische Vorbereitung: Sie beginnt vier Tage vor einem Spiel. Hasenhüttl, seine Assistenten und Rangnick sezieren per Video den Gegner. Im Training werden die Erkenntnisse umgesetzt. Einen Tag nimmt sich der Trainer, um sich nur mit dem Gegner zu beschäftigen, einen weiteren, um den eigenen Spielaufbau einzustudieren. So ergeben sich unterschiedliche Matchpläne, je nachdem ob hoher Ballbesitz zu erwarten ist oder man sich auf gegnerischen Druck einstellen muss.

Der Psychotrick: Den besonderen Kick gibt es immer vor Spielbeginn. Leipzig macht sich mit kurzen Filmen heiß, die eine Botschaft senden – vor dem 4:0 beim HSV wurden Bilder von Apple-Gründer Steve Jobs gezeigt. Dessen Maxime wurde zum Motto der Partie: „Es macht mehr Spaß, Pirat zu sein, als zur Marine zu gehören.“


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