12.04.2016, 23:14 Uhr

Stimmen und Splitter zum 2:0 Silvia Neid: Spielerinnen müssen an sich arbeiten

Engagiert: Pauline Bremer (vorn). Foto: Helmut KemmeEngagiert: Pauline Bremer (vorn). Foto: Helmut Kemme 

iwe/bekr Osnabrück. Der 2:0-Erfolg der deutschen Fußball-Frauen gegen Kroatien war hochverdient, die EM-Qualifikation ist gesichert. Dennoch ließen die Fußballerinnen von Silvia Neid beste Chancen aus. Hier folgen die Reaktionen der Protagonisten und einige Eindrücke aus dem Stadion.

Hier geht es zum Spielbericht aus der osnatel-Arena.

Stimmen zum Länderspiel:

Silvia Neid, Bundestrainerin: Dass wir qualifiziert sind, obwohl noch zwei Spiele ausstehen, zeugt von einer gewissen Dominanz. Aber bei Olympia in Rio warten ganz andere Kaliber auf uns: Bis dahin muss jede Spielerin bezüglich Athletik und Sprintfähigkeit noch gut an sich arbeiten.

Alexandra Popp, Stürmerin, für den VfL Wolfsburg aktiv: Wir haben ordentlich gespielt, es hat aber im Abschluss an Kaltschnäuzigkeit gefehlt. Da kann ich mich selbst nicht ausnehmen. Aber im Großen und Ganzen bin ich zufrieden.

Pauline Bremer, Mittelfeldspielerin (Olympique Lyon): Es war eine schöne Zeit an der Bremer Brücke. Die Fans haben uns fantastisch unterstützt. Wir sind qualifiziert, das ist am Wichtigsten. Aber künftig müssen wir im Abschluss konzentrierter sein.

Nia Künzer, TV Expertin: Die erste Halbzeit war noch relativ leichtfüßig. Nach der Pause wurde auch recht häufig nur noch gebolzt.

Klaus Lufen, TV-Moderator: Tolle Stimmung hier in Osnabrück, wow: Auf der Ehrentribüne habe ich sogar Ansgar Brinkmann gesehen.

Lothar Gans, VfL-Sportkoordinator: Die Torquote war zu niedrig, das war aber auch das Einzige, was nicht perfekt war an diesem Abend. Die Frauen-Nationalelf und die Bremer Brücke – das passt einfach. Vielleicht überlegen sich ja einige der Fans, die erstmals die Stimmung in Osnabrück erlebt haben, im Schlussspurt auch unseren VfL zu unterstützen.

Matthias Wellbrock, Stadionsprecher bei VfL-Heimspielen: Für Familien ein tolles Event, gutes Wetter, schöne Stimmung. Aber bei VfL-Heimspielen will ich weiter keine Klatschpappen sehen.

Weiterlesen: Fans feiern in Schwarz-Rot-Gold

Splitter zum Länderspiel:

Abflug: Direkt am Tag nach dem Länderspiel in Osnabrück geht es für eine kleine Delegation der Frauenfußball-Nationalelf nach Rio. Von Frankfurt aus fliegen unter anderem Managerin Doris Fitschen, Teambetreuerin Patrizia Hell und Pressesprecherin Annette Seitz gemeinsam mit Vertretern der U21-Männer, zu denen Hansi Flick und Horst Hrubesch zählen, nach Rio de Janeiro. Im Maracanã findet am Donnerstag die Auslosung des Olympischen Fußball-Turniers statt.

Anders: Dass die Stimmung beim Frauen-Länderspiel an der Bremer Brücke einen anderen Charakter hatte als jene bei den Heimspielen des VfL Osnabrück, ließ sich am Besten an der Figur von „Paule“ festmachen: Der schwarze Rabe ist das Maskottchen der DFB-Frauen und drehte auch während des laufenden Spiels unentwegt seine Runden durch die Osnatel-Arena, wobei er dabei mit wilden Armbewegungen und dickem Grinsen die Besucher auf der Tribüne zum Lärmmachen animierte. Die Fans hatten sich ihrerseits perfekt in Schale geworfen und nutzten dankbar die Gelegenheit, ihre Garderobe zu präsentieren.

Abgeklebt: In der Osnatel-Arena waren die Werbeflächen auf den Tribünen und selbst auf der Anzeigetafel komplett abgeklebt, auch der Pressekonferenzraum war in DFB-Farben durchgehend „gebrandet“, und selbst die Kabinentüren in den Katakomben der Nordtribüne waren mit dem stylischen DFB-Logo geschmückt: Bei der Übernahme der Osnatel-Arena hat der Deutsche Fußball-Bund ganze Arbeit geleistet. Eine Frage blieb allerdings offen: Warum dominierte statt des gewohnten DFB-Grün diesmal die Farbe Rot? Ein Schelm, wer behauptet, dass dies weniger mit dem Faktor Frau zu tun hat, sondern eher mit den Gemütslagen in der jüngsten Vergangenheit beim DFB...

Hier geht es zum Spielbericht aus der osnatel-Arena.


0 Kommentare