15.03.2016, 10:34 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Fragen zum Gegner des FC Bayern Juventus Turin: Warum „alte Dame“? Warum schwarz-weiß?


Osnabrück. Der FC Bayern München steht am Mittwochabend gegen Juventus Turin vor einer schweren Aufgabe. Wer das Spiel in der Champions League live im Fernsehen verfolgt, kann mit diesen fünf Fakten glänzen und seine Freunde vor dem Fernseher beeindrucken.

Warum heißt Juventus „Die alte Dame“?

Darüber gehen die Meinungen auseinander. So heißt es auf der deutschen Wikipedia-Seite beispielsweise, der Name gehe zurück auf die Trikots der 1950er Jahre. Die hätten beim Laufen einen Buckel geformt – eben wie bei einer älteren Frau. Weitaus häufiger ist im Internet eine andere Erklärung zu finden: Demnach sei der Klub durch das „Alt“ im Spitznamen verhöhnt worden. Denn „Juventus“ ist lateinisch und steht für Jugend. Eine Eigenschaft, die von Fans in den 1930er Jahren anders bewertet wurde, weil sie vor allem alternde Stars auf dem Spielfeld sahen. Den Spitznamen „Dame“ hatte der Verein offenbar schon davor. Warum genau, dazu lässt sich keine herausragende Erklärung finden. (Bachelor-Finale oder Champions League? Eine Argumentationshilfe für den TV-Abend)

Warum spielt Juventus in Schwarz-weiß?

Auf die Anfänge des Klubs 1897 zurückblickend, wäre pink eigentlich die korrekte Farbe für Juventus Turin. Als die Trikots beim Waschen um die Jahrhundertwende aber immer weiter ausblichen, musste Ersatz her, heißt es bei diversen Internetquellen. Der englische Kaufmann John Savage war es dann, der 1903 den Kontakt zu Notts County herstellte und Ersatz beschaffte. Der englische Verein schickte einen Satz seiner schwarz-weißer Trikots nach Italien. Dafür bedankte sich Juventus 2011 mit einer netten Geste: Zum Eröffnungsspiel des Juventus Stadiums lud der Verein Notts County ein. Das Zweittrikot von Juventus ist übrigens pink.

Andrea Agnelli – ein Präsident, eine Familie

Mit Andrea Agnelli ist inzwischen das vierte Mitglied der Familie Agnelli Präsident von Juventus Turin. Vor ihm hatten dieses Amt schon Vater Umberto, Onkel Giovanni und Großvater Edoardo – jeweils aber nicht direkt aufeinanderfolgend. Die Familie ist eng verknüpft mit dem Automobilkonzern Fiat, zu dessen Gründungsmitgliedern Andreas Urgroßvater Giovanni senior gehörte. Jeder Juventus-Präsident der Familie war seitdem auch Fiat-Funktionär in höherer Position. Andrea Agnelli ist derzeit Vorstandsmitglied. (Bayern gegen Juventus: Wo geht‘s zum Livestream?)

Vorsicht vor dem 2:2!

Die Historie warnt den FC Bayern. Schon einmal spielte der deutsche Fußball-Rekordmeister in der Champions League im Hinspiel einer K.o.-Runde gegen eine italienische Mannschaft auswärts 2:2 und schied danach aus. In der Saison 2006/07 hatte Daniel van Buyten den Bayern im Viertelfinale mit seinen beiden Toren in Mailand eine hervorragende Aufgangsposition für das Rückspiel verschafft. Doch in München verlor das Team des damaligen Bayern-Trainers Ottmar Hitzfeld mit dem heutigen Kapitän Philipp Lahm nach Treffern von Clarence Seedorf und Filippo Inzaghi für Milan mit 0:2. Am Mittwoch gehen die Bayern in der Königsklasse erst zum zweiten Mal nach einem 2:2 auswärts in das entscheidende Rückspiel im eigenen Stadion. Juventus hat übrigens nach einem 2:2 im Hinspiel zweimal auswärts die nächste Runde erreicht: in der Spielzeit 1994/95 gegen Borussia Dortmund im Halbfinale des UEFA-Pokals (2:1) sowie in der Saison 2004/05 gegen Djurgårdens IF aus Schweden in der Qualifikation zur Champions League (4:1).

Wie viel Geld bekommt der Sieger?

Die UEFA honoriert den Einzug ins Viertelfinale mit sechs Millionen Euro. Damit würde der deutsche Rekordmeister FC Bayern München seine Prämieneinnahmen im laufenden Wettbewerb auf 31 Millionen Euro erhöhen. Hinzukommen mehr als zehn Millionen Euro aus den Zuschauereinnahmen von dann fünf Heimspielen sowie die Zahlungen aus dem sogenannten Marktpool, die um die 20 Millionen Euro betragen dürften. Dieses Geld wird unter anderem gemäß dem Wert des Fernsehmarktes des jeweiligen Landes an die einzelnen Vereine verteilt. In der vergangenen Saison hatten die Bayern als Halbfinalteilnehmer insgesamt 49,865 Millionen Euro an Prämien kassiert. Der Finalsieger am 28. Mai in Mailand erhält die Rekordsumme von nochmals 15 Millionen Euro. (mit dpa)


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