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21.04.2017, 18:28 Uhr KOMMENTAR

Trump für starkes Europa – Mal wieder eine Kehrtwende

Kommentar von Lorena Dreusicke

Dass sich US-Präsident Donald Trump jetzt doch für ein starkes Europa ausspricht, passt zu Trumps früherem Verhalten. Foto: AFPDass sich US-Präsident Donald Trump jetzt doch für ein starkes Europa ausspricht, passt zu Trumps früherem Verhalten. Foto: AFP

Osnabrück. Erst lobt er den Brexit, jetzt spricht er sich doch für ein starkes Europa aus. Diese Kehrtwende passt jedoch genau ins Schema Trump. Ein Kommentar.

Das sind ganz neue Töne von US-Präsident Donald Trump: Jetzt wünscht er sich doch eine starke EU, wegen der Vorteile für Amerika. Das klang vor einigen Monaten noch anders, als Trump den Brexit als „wunderbare Sache“ rühmte und das Auseinanderbrechen der EU voraussagte. Jetzt ist er sich sicher, der Brexit schweißt die verbliebenen EU-Länder zusammen. Dieser Sinneswandel überrascht, passt aber ins Bild. Seit der Amerikaner auf die politische Bühne getrampelt ist, beträgt die Halbwertszeit seiner Meinungen so lange, wie es dauert zum Mobilgerät zu greifen und eine 140-Zeichen-Botschaft einzutippen.

Dass Trump nun aus dem plärrenden Kanon der Eliten- und EU-Gegner ausscheidet und sich pro-europäisch äußert, kann aber auch ein Hinweis darauf sein, dass er dazugelernt hat. Klar ist: Wenn die zweitgrößte Wirtschaftsmacht der EU aus der Staatengemeinschaft austritt, schwächt das Europa. Doch nur ein geeintes Europa kann für die USA ein leistungsfähiger Verbündeter sein. Diese Sicht hat ihm auch die deutsche Kanzlerin bei ihrem Besuch klargemacht. Das macht die Treffen mit erfahrenen Staatschefs so wertvoll für Trump: Durch sie steigt die Lernkurve des Politikneulings.

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