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20.04.2017, 19:36 Uhr KOMMENTAR VOR PARTEITAG

Der Druck von außen hält diese AfD noch zusammen

Kommentar von Dirk Fisser

Protest gegen die AfD, hier in Osnabrück: Letztlich ist der Druck von außen das Letzte, was die Partei noch zusammenhält. Foto: HavergoProtest gegen die AfD, hier in Osnabrück: Letztlich ist der Druck von außen das Letzte, was die Partei noch zusammenhält. Foto: Havergo

Osnabrück. Was hält diese heillos zerstrittene AfD eigentlich noch zusammen? Ein Kommentar vor dem Parteitag in Köln.

Eine Partei mit heillos zerstrittener Führungsriege im Abwärtstrend der Umfragen, ohne bundespolitisches Mandat oder eine Programmatik jenseits der Provokation kommt am Wochenende in Köln zusammen. Kurz gesagt: eine Partei im Niedergang. Tausende Polizisten, Wasserwerfer, Hubschrauber und eine Flugverbotszone sollen nun die Veranstaltung absichern, gegen die Zehntausende demonstrieren werden. Köln, eine Millionenstadt im Ausnahmezustand.

Gut für die selbst ernannte Alternative, denn der Protest gegen sie ist mittlerweile zur Existenzsicherung der Partei geworden. Was hält sie sonst noch zusammen? Viel zu unterschiedlich sind die Strömungen, die in ihr zusammenlaufen, als dass sie in einer Kleinpartei Platz hätten. Zu unterschiedlich sind auch die Interessen und Ansichten des Führungspersonals, als dass sie eine Integration bewirken könnten. Provokateure, Hasardeure und mindestens ein Nazi besetzen Spitzenposten. Einigen geht es um Macht, anderen um Rache und wiederum anderen um eine berufliche Perspektive in der Politik.

Die Parteitagsregie wird vermutlich dennoch vorsehen, dass von Köln ein Signal der Geschlossenheit ausgeht. Der Druck von außen wird dabei ein willkommenes Instrument sein, um nach innen das zu vereinen, was nicht zusammenpasst. Getreu dem Motto: Wir gegen die da draußen.


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