Ein Bild von Katharina Ritzer
20.04.2017, 15:29 Uhr KOMMENTAR ZUR GEWALT IN SÜDAMERIKA

Venezuela: Präsident kontra Volk

Kommentar von Katharina Ritzer

Gewalt gegen das eigene Volk: Venezuelas Präsident Nicolas Maduro fährt schwere Geschütze gegen die Demonstranten auf. Foto: Imago/ZUMA PressGewalt gegen das eigene Volk: Venezuelas Präsident Nicolas Maduro fährt schwere Geschütze gegen die Demonstranten auf. Foto: Imago/ZUMA Press

Osnabrück. Der Konflikt in Venezuela eskaliert, es ein Kampf der Regierung gegen die Opposition, zwischen dem Präsidenten und dem Volk. Und eine Lösung ist nicht in Sicht, fürchtet unsere Kommentatorin.

Es war einmal ein Venezuela, das war das reichste Land Südamerikas. Quelle des Reichtums waren die größten nachgewiesenen Ölreserven der Welt. Mit den Öl-Milliarden finanzierte der beliebte sozialistische Präsident Hugo Chavéz Wohltaten für die Menschen. Dann starb 2013 erst Chavéz, danach stürzte der Ölpreis ab - und Venezuela immer tiefer in die Krise.

Der neue Präsident Nicolás Maduro ist längst ein Diktator, der das Einmaleins eines autokratischen Führers beherrscht: Er lässt Oppositionelle ins Gefängnis stecken, sagt Wahlen ab und entmachtet das Parlament. Die wenigen noch möglichen Wohltaten verteilt er an die Militärs und die eigenen Milizen, die willkürlich morden und die Bevölkerung so in Schach halten.

Dabei haben die Menschen in Venezuela ohnehin mehr mit dem nackten Überleben zu kämpfen als mit politischen Gegnern. „Maduro-Diät“ nennen sie bitterböse die Hungersnot, durch die drei Viertel der Venezolaner im vergangenen Jahr im Schnitt acht Kilo an Körpergewicht verloren haben.

Weil sie nichts mehr zu verlieren haben, werden die Demonstranten den Diktator mit dem Mut der Verzweiflung bekämpfen. Und weil Maduro so viel zu verlieren hat, wird er ebenso unerbittlich gegen die eigene Bevölkerung zurückschlagen. Eine Lösung gibt es derzeit nicht. Nur den üblichen Verlierer: das einfache Volk.


Blaulichtradar: Was ist in Ihrer Region passiert?
Was soll angezeigt werden?
current-position

Der Artikel zum Kommentar

0 Kommentare