Ein Bild von Lorena Dreusicke
18.04.2017, 19:44 Uhr KOMMENTAR

Hinter-sich-Aufräumen – Das sollte auch im Weltraum gelten

Kommentar von Lorena Dreusicke

Die Computeranimation zeigt den ESA-Satelliten GOCE, der 2013 beim Eintritt in die Atmosphäre weitgehend verglühte. Reste von ihm und anderen Satelliten kreisen im Orbit der Erde und können dort zum gefährlichen Geschoss werden. Foto: esa/dpaDie Computeranimation zeigt den ESA-Satelliten GOCE, der 2013 beim Eintritt in die Atmosphäre weitgehend verglühte. Reste von ihm und anderen Satelliten kreisen im Orbit der Erde und können dort zum gefährlichen Geschoss werden. Foto: esa/dpa

Osnabrück. Das Prinzip des Hinter-sich-Aufräumens galt bislang nicht für die Raumfahrt. Eine neue Initiative soll das ändern. Endlich, meint die Kommentatorin.

Das Prinzip des Hinter-sich-Aufräumens galt bislang nicht für die Raumfahrt. Alte Satelliten und Raketenteile beließ man im Orbit. Es ist verantwortungslos, wie sehr der Weltraum so über Jahrzehnte vermüllt wurde. Mittlerweile ist die Schrottwolke um den Erdball so dicht, dass sie die ISS und Satelliten in Mission gefährdet. Zudem steigt die Gefahr, dass Bruchstücke auf die Erde regnen und dort Schäden hinterlassen. Somit ist der Handlungsdruck nun groß genug, dass es eine internationale Konferenz zum Thema Weltraumschrott gibt. Endlich.

Die Ergebnisse sind hinreichend konkret: Künftige Missionen brauchen ein Entsorgungskonzept. Demnach sollen die Satelliten nach dem Betrieb mit ihrem Treibstoffrest in die Erdatmosphäre fliegen, um dort zu verglühen. Fragmente und Trümmerteile sind aber nicht lenkbar. Für sie soll es eine Art Roboter-Müllabfuhr geben, die den Schrott einsammelt und ihn in die Erdatmosphäre schleppt.

Dass sich die Raumfahrt erst jetzt für eine Schrottbeseitigung einsetzt, hat einen eigennützigen Grund: Große Missionen mit vielen Satelliten sind geplant, da werden die rund 100 Millionen Trümmerteile zum Risiko, die finanziellen Schaden anrichten können. Und warum sollte beim Weltraumschrott nicht auch das Verursacherprinzip gelten: Wer die Umwelt, in diesem Fall das All, verschmutzt, der muss den Müll auch entsorgen.


Der Artikel zum Kommentar

0 Kommentare