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17.02.2017, 15:31 Uhr KOMMENTAR

Schulz im Umfragehoch: Keine Verlässlichkeit

Kommentar von David Hausfeld

Martin Schulz, der „Gottkanzler“? In den Umfragen konnte der SPD-Kanzlerkandidat zumindest weiter Punkten. Foto: dpaMartin Schulz, der „Gottkanzler“? In den Umfragen konnte der SPD-Kanzlerkandidat zumindest weiter Punkten. Foto: dpa

Osnabrück. SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz lässt in aktuellen Umfragen Bundeskanzlerin Angela Merkel weiter hinter sich. Deshalb fährt der Schulz-Zug aber noch lange nicht ungebremst ins Kanzleramt, meint unser Kommentator.

Der „Gottkanzler“, Heilsbringer der SPD – angetreten um Kanzlerin Angela Merkel die Stirn zu bieten, kurz: „The Schulz“. Nicht nur in den sozialen Medien erfährt SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz einen ungeahnten Hype, auch in den aktuellen Umfrageergebnissen des ZDF-“Politbarometers“ liegt er mit 49 Prozent deutlich vor Merkel mit ihren 38 Prozent. Der Einzug ins Kanzleramt ist ihm aber noch lange nicht sicher.

Dabei ist dieser „Schulz-Effekt“ durchaus bemerkenswert. Mit seiner Kandidatur verabreichte er der kränkelnden alten Tante SPD die passende Medizin. Mit diesem Aufwind dürften selbst die Sozialdemokraten nicht gerechnet haben. Und obwohl der Wahlkampf noch am Anfang steht, geben sich Union und Grüne bereits dünnhäutig und sprechen ihrem Gegner eine ernst zu nehmende politische Kompetenz ab. Dabei sehen sie in Wirklichkeit eine Bedrohung für den eigenen Wahlerfolg.

Doch die Verlässlichkeit von Umfragen ist so eine Sache. Auch Peer Steinbrück wurde 2013 trotz guter Werte nicht Kanzler für die SPD. Laut Umfragen wäre Donald Trump jetzt nicht Präsident der USA, und die Briten hätten nicht für den Brexit gestimmt. Gekommen ist es jeweils anders. Wenn Schulz wirklich Kanzler werden will, braucht es demnach mehr als Umfrageergebnisse und das Wohlwollen einiger Internet-Jünger. Die Aufbruchstimmung ist jedoch spürbar. Ob er sie nutzen kann, muss sich noch zeigen.


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