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01.12.2016, 17:50 Uhr REDE AN DIE NATION

Putin und Trump: Zwei Brüder im Geiste?

Kommentar von Uwe Westdörp

„Wir suchen keine Feinde, wir brauchen Freunde“: Russlands Staatschef Wladimir Putin bei seiner Rede zu Nation. Foto: dpa„Wir suchen keine Feinde, wir brauchen Freunde“: Russlands Staatschef Wladimir Putin bei seiner Rede zu Nation. Foto: dpa

Osnabrück. Der russische Staatschef Wladimir Putin setzt auf eine Normalisierung der Beziehungen zu den USA unter dem designierten Präsidenten Donald Trump. Mehr als warme Worte hat er aber bislang nicht zu bieten. Ein Kommentar.

Wende in Moskau? Leitet Wladimir Putin jetzt eine Phase der Entspannung ein? Zumindest verbal setzt er auf eine Wiederannäherung an den Westen. Seine zentrale außenpolitische Botschaft in seiner Rede an die Nation : „Wir brauchen Freunde.“

Das ist ein positives Signal, doch leider hat Putin es versäumt, seine warmen Worte durch Taten zu untermauern. Die völkerrechtswidrige Annexion der Krim, die von Moskau unterstützte Landnahme durch Separatisten im Osten der Ukraine und die russische Unterstützung für den syrischen Kriegsverbrecher Baschar al-Assad – all das steht einer Entspannung nach wie vor im Weg. Putin hat Russland damit Respekt verschafft, aber keine Freunde gewonnen.

Aber vielleicht wird ja jetzt alles anders. Der gewählte US-Präsident Donald Trump hat jedenfalls mehrfach Sympathie für Putin erkennen lassen. Auch er selbst liebt martialische Auftritte. Zwei Brüder im Geiste, die eine neue Ära einleiten?

Ein Ende der Eiszeit ist zweifellos wünschenswert, da Russland als politischer und wirtschaftlicher Partner gebraucht wird. Der Preis dafür darf aber nicht sein, dass der Westen unter russischem Druck wichtige Positionen räumt wie die Unverletzlichkeit von Grenzen.


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