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30.11.2016, 18:01 Uhr ANGST VOR GLOBALISIERUNG

Warum die AfD frohlocken kann

Kommentar von Uwe Westdörp

Im Aufschwung: die AfD von Frauke Petry. Ihre Partei profitiert von den Globalisierungsängsten. Foto: dpaIm Aufschwung: die AfD von Frauke Petry. Ihre Partei profitiert von den Globalisierungsängsten. Foto: dpa

Osnabrück . Angst vor der Globalisierung spielt beim Erfolg von rechtspopulistischen Parteien in Europa die entscheidende Rolle. Das ist das Ergebnis einer Studie der Bertelsmann-Stiftung. Andere Parteien stehen damit vor gigantischen Herausforderungen.

Es ist besorgniserregend: Rechtspopulisten und -nationalisten sind auf dem Vormarsch, wohin man in Europa auch blickt. Parteien wie die AfD in Deutschland, der Front National in Frankreich, die FPÖ in Österreich oder UKIP in Großbritannien eilen von Erfolg zu Erfolg.

Verzweifelt suchen Politiker anderer Couleur, ihnen das Wasser abzugraben. Doch das wird so schnell nicht gelingen, wenn man den Ergebnissen einer neuen Studie glaubt . Danach ist die Angst vor der Globalisierung der Hauptgrund für den Rechtsruck in Europa. Doch wie soll man den Menschen die Angst nehmen?

Schon die globale Arbeitsteilung beunruhigt viele Menschen, weil sie Jobverluste befürchten. Seitdem immer mehr Flüchtlinge und andere Migranten kommen, ist aus Unruhe nun Angst geworden.

Der Umgang mit der Flüchtlingskrise und die Steuerung der Globalisierung sind damit die größten politischen Herausforderungen in der EU. Mit beiden Aufgaben tun sich seriöse Politiker aber schwer. Denn einfache Antworten gibt es nicht. So sind Protektionismus und Abschottung, wie Nationalisten sie fordern, brandgefährlich. Dies gilt besonders in Ländern wie Deutschland, wo Millionen von Jobs am Export hängen. Kurzum: Es ist höchste Zeit, Vorteile und Chancen der Globalisierung deutlicher zu benennen. Zugleich muss es gelingen, Zuwanderung konsequent zu steuern.


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