01.12.2016, 06:04 Uhr

65 Jahre „TÜV“-Pflicht Pfannen und Lichtschalter – „TÜV“-Kontrolleure zeigen kuriose Funde

An diesem Lkw war der Simmerring des Hydraulikzylinders nicht mehr ganz so dicht. Dafür musste dann wohl eine Pfanne herhalten, die hinterher gewiss geölt, jedoch nicht mehr zum Kochen geeignet war. Foto: Marcus Endres/GTÜAn diesem Lkw war der Simmerring des Hydraulikzylinders nicht mehr ganz so dicht. Dafür musste dann wohl eine Pfanne herhalten, die hinterher gewiss geölt, jedoch nicht mehr zum Kochen geeignet war. Foto: Marcus Endres/GTÜ

Osnabrück. Seit dem 1. Dezember 1951 ist die regelmäßige Hauptuntersuchung für Kraftfahrzeuge in Deutschland Pflicht. Kontrolleure stoßen dabei immer wieder auf kreative und kuriose Einfälle von Autobesitzern. Wir zeigen einige Beispiele.


Der wichtigste Grund für die Einführung der Hauptuntersuchung (HU) war die Verkehrssicherheit auf den Straßen. Laut dem TÜV Rheinland lag 2015 die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland bei 3459, während es 1950 bei weit weniger Fahrzeugen noch mehr als 7000 Verkehrstote gab. Zu Beginn verschickten die Behörden an die Fahrzeughalter noch Briefe mit der Aufforderung zur Kfz-Überprüfung. Viele ignorierten diese jedoch. 1961 wurde daher die Plakette eingeführt, die seitdem die Autokennzeichen ziert. Ordnungshüter können so Menschen leicht erkennen, die sich der HU zu entziehen versuchen.
Die meisten Menschen sprechen bei der Hauptuntersuchung nur vom „TÜV“. Das liegt daran, dass zunächst nur der Technische Überwachungsverein (TÜV) die HU durchführen durfte. Seit dem Ende des Prüfmonopols für Fahrzeuge im Jahr 1990 können Autobesitzer ihr Gefährt auch bei der DEKRA, der KÜS oder der GTÜ unter die Lupe nehmen lassen. Die Prüfingenieure der GTÜ stellen dabei regelmäßig Kuriositäten, die sie an Autos entdecken, ins Internet. Nachfolgend präsentieren wir ein paar Impressionen.
An diesem Lkw war der Simmerring des Hydraulikzylinders nicht mehr ganz so dicht. Dafür musste dann wohl eine Pfanne herhalten, die hinterher gewiss geölt, jedoch nicht mehr zum Kochen geeignet war. Foto: Marcus Endres/GTÜ
Sehr kreativ: Aber ob dieser Wohnungslichtschalter wirklich ein guter Ersatz für das Zündschloss ist? Die Start-Stopp-Funktion auf Tastendruck ist dabei zwar gewährleistet, jedoch bekam der Halter vom Prüfer bei der Hauptuntersuchung statt der Plakette gerade mal ein SchmunzelnFoto: Abbas Ghazwini/GTÜ
Anhängerkupplungen am Heck von Autos ist man ja gewohnt. Ganz anders sieht das aus, wenn die Kupplungskugel plötzlich vorne am Pkw auftaucht. Der Halter hatte sich laut des Kontrolleurs für Rangierarbeiten an die Frontstoßstange eine Anhängerkupplung montiert. Leider ist diese Montage nach Angaben der GTÜ am Fahrzeug nicht zugelassen. So konnte erst mal keine neue Plakette zugeteilt werden. Foto: Klaus Wandtke/GTÜ
Hier hat der Kunde seinem Wunsch auf Individualität freien Lauf gelassen. Aber Vorsicht: Nur weil er somit das Gaspedal gefühlt früher bestätigen kann, fährt das Auto nicht schneller! Zudem sind Änderungen an der Betätigungseinrichtung laut GTÜ ohne gesonderte Begutachtung nicht zulässig. Foto: Herbert Zoller/GTÜ
Mit einer "gerösteten & gesalzenen" Getriebeöl-Auffangvorrichtung wurde dieses Auto den Ingenieuren vorgestellt. Foto: Peter Friedrich/GTÜ
Was hat sich denn da eingenistet? Um dem Fahrzeug bei der Hauptuntersuchung auch an dieser Stelle auf den Zahn fühlen zu können, musste das Pflänzchen leider umgetopft werden. Foto: Klaus Wandtke/GTÜ
Individuell eingerichtete Arbeitsplätze sind bei manchen sehr beliebt. Der Fahrer dieses Lkw hat es dabei jedoch etwas übertrieben. Für die Kontrolleure der GTÜ ist eine freie Sicht nicht gewährleistet; somit bestehe eine Gefahr für die Sicherheit im Straßenverkehr. Foto: Metin Köklü/GTÜ

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