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28.11.2016, 20:24 Uhr KOMMENTAR ZU OLYMPISCHEN SPIELEN

Totalausfall bei ARD und ZDF

Kommentar von Michael Clasen

Jeder Haushalt muss zahlen: Die GEZ-Gebühr beträgt derzeit 17.50 Euro im Monat. Foto: dpaJeder Haushalt muss zahlen: Die GEZ-Gebühr beträgt derzeit 17.50 Euro im Monat. Foto: dpa

Osnabrück. Sie sind seit Jahren heftig umstritten, nicht nur bei GEZ-Rebellen: ARD und ZDF müssen jetzt auch noch einräumen, dass sie nicht mehr live über die Olympischen Spiele von 2018 bis 2024 berichten werden. So einen öffentlich-rechtlichen Totalausfall gab es noch nie.

Einige Sportmuffel werden darüber jubeln und hoffen, dass die eingesparten Millionensummen in noch mehr Krimis oder Kochshows investiert werden. Doch ARD und ZDF sind keine Spaßsender. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, eine mediale Grundversorgung sicherzustellen. Dazu zählt zweifelsohne eine Berichterstattung über Weltereignisse wie die Olympischen Spiele. Wird diese Pflichtaufgabe nicht erfüllt, sondern den Privaten überlassen, stellt sich die Frage nach der Legitimität der GEZ-Zwangsabgabe neu.

Dass die Preise für die Übertragungsrechte steigen, ist in einer Marktwirtschaft keine Überraschung oder anrüchig, wie ARD und ZDF suggerieren , um das Platzen der Verhandlungen zu rechtfertigen. Andere öffentlich-rechtliche Sender wie die BBC haben vorgemacht, dass es auch anders geht – trotz kleinerer Etats.

Ist das effizient? Sparsam?

Oder anders ausgedrückt: In Deutschland gibt es neun Landesrundfunkanstalten plus ZDF, Deutsche Welle und Deutschlandradio. Ist das effizient? Sparsam? Wer mit Ja antwortet, darf sich über weiter steigende Gebühren für sinkende Leistungen nicht beklagen.


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