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28.11.2016, 18:32 Uhr STREIT UM WAHLERGEBNIS

Wie Trump den USA dienen kann? Einfach mal den Mund halten

Kommentar von Uwe Westdörp

Der designierte amerikanische Präsident Donald Trump. Foto: dpaDer designierte amerikanische Präsident Donald Trump. Foto: dpa

Osnabrück. Wie Donald Trump seinem Land dienen kann? Einfach mal den Mund halten. Ein Kommentar.

Das ist Trump, wie er leibt und lebt: unbeherrscht, egozentrisch und brandgefährlich. Statt in Ruhe abzuwarten, was die – völlig legitime – Wiederholung der Stimmenauszählung in einigen Bundesstaaten ergibt, zeigt er sich reizbar und reagiert mit einem blitzschnellen Gegenangriff.

Offenbar wurmt es Trump enorm, dass er zwar die meisten Wahlfrauen und -männer hinter sich hat, nicht aber die meisten Wähler. Nur so ist es zu erklären, dass er behauptet, Millionen von Stimmen seien illegal abgegeben worden .

Erschreckend ist dabei, dass Trump für seine Behauptungen keinerlei Beleg vorlegt. Für einen angehenden US-Präsidenten ist das ein unakzeptables Verhalten. Will er so künftig auch international Politik betreiben? Davor kann einem nur grausen, zumal Trump schon bald der mächtigste Mann der Welt sein wird.

Bereits jetzt ist der Schaden, den der großspurige Amateurpolitiker angerichtet hat, groß. Denn das Vertrauen der Bürger in die amerikanische Demokratie sinkt mit jeder Unterstellung, bei Wahlen werde getrickst und betrogen – vor allem, wenn sie von allerhöchster Stelle kommt.

Wenn Trump ernst zu nehmende Hinweise auf Manipulationen hat, dann muss er sie vorlegen. Solange er dies nicht kann, sollte er besser einfach mal den Mund halten. Er würde damit seinem Land einen großen Dienst erweisen.


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