20.11.2016, 21:24 Uhr

Ex-General ins Verteidigungsressort? Donald Trump erwägt Mitt Romney als US-Außenminister

Donald Trump (l.) erwägt Mitt Romney als US-Außenminister. Foto: AFPDonald Trump (l.) erwägt Mitt Romney als US-Außenminister. Foto: AFP

Bedminster/New York. Nach der Nominierung mehrerer Hardliner für wichtige Regierungsposten erwägt Donald Trump die Berufung des gemäßigten Republikaners Mitt Romney zum neuen US-Außenminister. Vor Kurzem war dieser noch sein wohl schärfster innerparteilicher Kritiker.

Der künftige Präsident ziehe das „aktiv und ernsthaft“ in Betracht, sagte sein Vize Mike Pence am Sonntag dem Sender CBS. Trump und Romney hatten sich zuvor getroffen und ihr Kriegsbeil begraben. Der Milliardär beschrieb ihr knapp eineinhalbstündiges Gespräch als „extrem positiv und produktiv“.

Trump setzte am Sonntag in seinem Golfclub in Bedminster (New Jersey) seine Regierungsbildung mit einer neuen Serie von Gesprächen fort. So war auch ein Treffen mit dem New Yorker Ex-Bürgermeister Rudy Giuliani geplant, der ebenfalls als möglicher Kandidat für den Außenminister- Posten genannt wird und zu den loyalsten Gefolgsleuten Trumps zählt.

Als aussichtsreichster Anwärter auf das Amt des Verteidigungsministers kristallisierte sich am Wochenende der pensionierte General James Mattis heraus. Der Marineinfanterist war früher Chef des US-Zentralkommandos und verfügt über Kriegserfahrungen im Irak und Afghanistan. Trump hatte nach eigenen Angaben am Samstag ein „unglaublich tiefgehendes“ Gespräch mit ihm.

Romney hatte Trump vor der Wahl unter anderem als „Schwindler“, „Betrüger“, „raffgierig“ und „schikanös“ charakterisiert. Trump nannte den gescheiterten Präsidentschaftskandidaten von 2012 und Ex-Gouverneur von Massachusetts einen „Versager“. Eine Nominierung des 69-Jährigen würde sich stark von Trumps bisherigen Personalentscheidungen abheben, die äußerst konservative Politiker favorisierten. So will der gewählte neue Präsident Senator Jeff Sessions zu seinem Justizminister machen, den ehemaligen General Michael Flynn zum nationalen Sicherheitsberater und den Abgeordneten Mike Pompeo zum CIA-Direktor. Ihre Nominierung hatte bei den Demokraten und Bürgerrechtlern heftige Kritik ausgelöst.

Sessions ist ein Falke, der 1986 nicht Richter werden durfte, weil ein Senatskomitee ihn für zu rassistisch hielt. Flynn wird vor allem seine radikale Islamkritik vorgehalten. Er hält den Islam für eine politische Ideologie, nicht für eine Religion. Pompeo kritisierte als Abgeordneter die Entscheidung Obamas, illegale CIA-Gefängnisse zu schließen. Auch wandte er sich gegen die Vorschrift, wonach alle Verhöre strikt nach Anti-Folter-Gesetzen ablaufen müssen.

Noch-US-Präsident Barack Obama absolvierte derweil beim Apec-Gipfel in Lima seinen letzten öffentlichen Auftritt im Ausland. Dabei warb er dafür, seinem Nachfolger Trump eine Bewährungschance zu geben. „Erwartet nicht das Schlechteste, hofft, dass die Administration ihren Job machen und arbeiten wird. Danach kann man sein Urteil fällen“, sagte Obama.


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