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20.11.2016, 17:33 Uhr FDP STELLT WEICHEN FÜR WAHLEN

Christian Lindner: Der Mann für alle Fälle

Kommentar von Florian Pfitzner

Christian Lindner, Vorsitzender der FDP, auf dem Landesparteitag in Neuss. Foto: dpaChristian Lindner, Vorsitzender der FDP, auf dem Landesparteitag in Neuss. Foto: dpa

Düsseldorf . Christian Lindner ist in der FDP der Mann für alle Fälle. Ein Kommentar.

Der Parteivorsitzende führt die Liberalen als Spitzenkandidat sowohl in die nordrhein-westfälische Landtagswahl als auch in die Bundestagswahl. Einen kleinen Dämpfer versetzte eine Landeswahlversammlung dem Vorsitzenden aber mit einer Personalie: Der ehemalige Euro-Rebell Frank Schäffler kämpfte sich zurück ins Rampenlicht.

Er hat lange mit sich gerungen, ob er seine Zustimmung geben soll. Dann hat der FDP-Landesvorstand Frank Schäffler kurzfristig von der Landesliste für die Bundestagswahl genommen und eine in NRW kaum bekannte Gegenkandidatin vorgeschlagen. Im Bezirksverband Ostwestfalen-Lippe, dem Schäffler vorsteht, ist das schlecht angekommen.

Wider Erwarten hat sich der ehemalige „Euro-Rebell“ zurückgekämpft. Einige in der FDP sehen darin eine Sensation, eine respektable Leistung ist das allemal. Zumal man gerade in dieser Personalfrage die Machtfülle des Vorsitzenden in den Blick nehmen sollte: Christian Lindner, der mit großer Zustimmung seiner Partei ins Wahljahr geht und sie seit Jahren als One-Man-Show führt, hat auf einer Landeswahlversammlung in Neuss mehrmals gezeigt, wie übel er noch in der Rückschau Schäfflers Kurs in der Euro-Krise findet, wie fragwürdig dessen Profilierungssucht zulasten der FDP. Die Partei, der Souverän, ließ sich dagegen von Schäffler überzeugen.

Politisch angreifbar macht sich Lindner mit seiner Doppelfunktion. Er steht in NRW wie im Bund auf Listenplatz 1 und nimmt die Abstimmung auf Landesebene als Testlauf für die bundespolitische Bühne. Man kann argumentieren, dass er seine persönliche Karriereplanung voranstellt und die Landtagswahl in NRW damit entwertet, indem er sich sowohl für die Landtags- als auch für die Bundestagswahl aufstellen lässt. Jedenfalls hat er damit eine günstige Absicherung, falls es im Herbst für seine Partei nicht reichen sollte.


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