Ein Bild von Uwe Westdörp
10.11.2016, 18:22 Uhr KOMMENTAR ZUR RENTENVERSICHERUNG

Vorsicht, wenn es um das Rentenniveau geht

Kommentar von Uwe Westdörp

Senioren bei einem Ausflug auf der Bodensee-Insel Mainau (Baden-Württemberg). Foto: dpaSenioren bei einem Ausflug auf der Bodensee-Insel Mainau (Baden-Württemberg). Foto: dpa

Osnabrück. Die Renten steigen und steigen, im kommenden Jahr wahrscheinlich um zwei Prozent. Dennoch hat in der aktuellen Debatte über die Altersvorsorge ein Begriff Konjunktur, der vielen Menschen Sorgen bereitet: das Rentenniveau.

Damit das Rentenniveau nicht immer weiter sinkt, soll es „Haltelinien“ geben. Vielfach wird das so verstanden, als drohten sinkende Renten und müsse nun endlich etwas dagegen getan werden. Das ist ein Irrtum.

Denn das Rentenniveau ist eine statistische Größe, die mit dem einzelnen Rentner nur wenig zu tun hat. Es setzt eine Standardrente nach 45 Beitragsjahren in Beziehung zu den Durchschnittsentgelten der Beschäftigten. Wenn das Niveau sinkt, bedeutet dies nicht, dass Renten gekürzt werden, sondern nur, dass die Renten langsamer steigen als die Löhne.

Dies ist angesichts der demografischen Entwicklung durchaus gewollt. Denn wegen der Alterung der Bevölkerung müssen die Beitragszahler für immer mehr Rentner aufkommen. Damit die Beiträge nicht übermäßig angehoben werden müssen, hat der Gesetzgeber Dämpfungsfaktoren in die Rentenberechnung eingefügt.

Alle Planungen reichten bislang nur bis zum Jahr 2030. Nun geht es um die Zeit danach und die Frage, ob das Verhältnis zwischen Beschäftigten und Rentnern neu austariert werden muss. Wer hat im Vergleich zum anderen wieviel? Das ist eine brisante verteilungspolitische Frage mit großer Bedeutung für die Akzeptanz der gesetzlichen Rentenversicherung. Ebenso wie die Beiträge bleibt das Rentenniveau damit eine zentrale Frage in der aktuellen Debatte.


Der Artikel zum Kommentar

2 Kommentare