10.11.2016, 07:06 Uhr

Erste Rede nach der US-Wahl Hillary Clintons beste Rede – Ausgerechnet jetzt

Zeigt endlich echte Gefühle: Mit ihrer „Concession Speech“ beweist Hillary Clinton, dass sie das Zeug zu einer US-Präsidentin gehabt hätte. Einer guten. Foto: dpaZeigt endlich echte Gefühle: Mit ihrer „Concession Speech“ beweist Hillary Clinton, dass sie das Zeug zu einer US-Präsidentin gehabt hätte. Einer guten. Foto: dpa

Osnabrück. Eine Siegerin der US-Wahl heißt: Hillary Clinton. Das mag zynisch, vielleicht sogar absurd klingen. Doch in ihrer „Concession Speech“, ihrer ersten Rede nach ihrer gescheiterten US-Präsidentschaftskandidatur hat sie gezeigt, was viele bei dem künftigen Präsidenten Donald Trump vermissen: wahre Größe.

„Es tut weh, und das wird lange so bleiben“, sagte sie in ihrer politisch schwärzesten Stunde. Ausgerechnet im Zeichen ihrer Niederlage, ihres kompletten Scheiterns, zeigte Hillary Clinton endlich das, was so viele US-Amerikaner bei ihr immer vermisst haben: ehrliche Emotionen, Gefühl und Leidenschaft. Clinton kämpfte mit den Tränen, weinte aber nicht und appellierte stattdessen an ihre politischen Anhänger, nicht die Hoffnung aufzugeben und weiterzukämpfen. „Wir haben gesehen, dass unsere Nation tiefer gespalten ist, als wir dachten. Doch ich glaube immer noch an Amerika“, so Clinton. Und während sich Zuschauer ihres Wahldesasters schon fragten, was eine solch bittere Niederlage wohl in einer ehrgeizigen Politikerin wie Clinton auslösen könnte, gab die sich kämpferisch: „Hört nie auf, daran zu glauben, dass der Kampf für das, was richtig ist, den Aufwand wert ist. Lasst den Mut nicht sinken, es gibt noch so viel zu tun.“

Als gute Verliererin geht sie sogar noch einen Schritt weiter – und auf Donald Trump zu. „Donald Trump wird unser Präsident sein. Wir schulden ihm eine aufgeschlossene Geisteshaltung und die Chance zu führen“, sagte Clinton und bot ihm ihre Zusammenarbeit an.

Im Internet wird Clintons Rede gefeiert, und man kann sich schon die Frage stellen, warum sie nicht in der Lage war, sich während des Wahlkampfs ähnlich offen an die Bürger zu wenden. Vielleicht wäre dann die vergangene Wahlnacht anders verlaufen. Denn ihre „Concession Speech“ war durchaus präsidial.




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