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02.11.2016, 18:25 Uhr KOMMENTAR

Klimawandel bedroht Nordsee-Inseln: Land unter

Kommentar von Melanie Heike Schmidt

Solche Orkanböen wie hier, als 2015 das Sturmtief „Felix“ die Küsten aufwühlte, wird es dank des Klimawandels häufiger geben, warnen Experten. Die Küstenländer verstärken daher den Küstenschutz und wollen enger zusammenarbeiten. Foto: dpaSolche Orkanböen wie hier, als 2015 das Sturmtief „Felix“ die Küsten aufwühlte, wird es dank des Klimawandels häufiger geben, warnen Experten. Die Küstenländer verstärken daher den Küstenschutz und wollen enger zusammenarbeiten. Foto: dpa

Osnabrück. Der Klimawandel lässt sich bremsen, und es eilt: Schon schlagen Experten Alarm und sehen die Nordsee-Inseln bedroht. Daher entwickeln Niedersachsen und die anderen Küstenländer jetzt gemeinsam Notfallpläne für Hochwasser-Ereignisse und verzahnen ihren Küstenschutz. An dieser Einigkeit sollten sich die Minister in Berlin mal ein Beispiel nehmen.

Das Szenario klingt erschreckend: Schon bald wird die norddeutsche Küstenlinie nicht mehr wiederzuerkennen sein. Die Halligen sind verschwunden, Inseln zusammengeschrumpft, das Wattenmeer abgesoffen und Hamburg überflutet. Schuld daran ist der Klimawandel, Geißel der Moderne. Doch stimmen die Prognosen? Reine Schwarzmalerei, sagen Zweifler, und so unrecht haben sie nicht. Zwar ist der Klimawandel sicher keine fiese Erfindung Chinas, wie Donald Trump gern behauptet. Doch jeder Voraussage haftet Kaffeesatzleserei an. Das liegt nicht an unfähigen Experten, sondern an der Unwägbarkeit und Vielfältigkeit der Dinge, die das Klima beeinflussen: Landwirtschaft, Luftströme über den Meeren, Kohlenstoffdioxidausstoß, Aufforsten oder Abholzen von Wäldern.

Die Prognosen sind unzuverlässig. Doch sie sind es in jede Richtung. Klar ist: Das Grönlandeis schmilzt. Steigen Temperatur und Meeresspiegel, können die Horrorszenarien Realität werden. Wenn wir nicht wollen, dass unser Vorgarten, unser geliebtes Küstenparadies vor die Hunde geht, muss Deutschland seine Rolle als Klimaschutz-Musterschüler der Welt wieder einnehmen. Ministerin Barbara Hendricks braucht keinen Koalitionsknatsch, sondern einen guten Plan, mit dem sie zum Gipfel nach Marokko reisen kann. Wie Einigkeit geht, zeigen die norddeutschen Länder: Sie arbeiten beim Küstenschutz eng zusammen. Ein gutes Vorbild für den Bund.


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