Ein Bild von Uwe Westdörp
19.10.2016, 18:10 Uhr ENDLAGERUNG VON ATOMMÜLL

Mieser Deal zulasten der Steuerzahler

Kommentar von Uwe Westdörp

Fässer für Atommüll im Endlager für schwach und mittelradioaktiven Atommüll in Morsleben (Bördekreis). Foto: dpaFässer für Atommüll im Endlager für schwach und mittelradioaktiven Atommüll in Morsleben (Bördekreis). Foto: dpa

Osnabrück. Mehr als fünf Jahre nach dem Beschluss zum Atomausstieg hat die Bundesregierung die Weichen für einen Milliardenpakt zur Entsorgung der atomaren Altlasten gestellt. Für die Energieversorger ist es ein guter Deal.

Da freut sich der Aktionär und graut es den Steuerzahler. Für einen Schnäppchenpreis von 23,5 Milliarden Euro können sich die Atomkonzerne von den Kosten der Atommüll-Endlagerung und von jeder Haftung freikaufen. Dabei ist klar: Es wird um ein Vielfaches teurer. Selten war ein Vertrag für eine Seite so mies und für die andere so lohnend.

Dies gilt vor allem deshalb, weil der Pakt nicht etwa nur für ein paar Jahrzehnte gilt, sondern für alle Ewigkeit. Zudem ist nicht absehbar, wie teuer Endlager am Ende sind. Gerade erst hat sich das mit mehr als 100000 Atommüllfässern verfüllte Bergwerk Asse als marode erwiesen. Die Sanierungskosten gehen in die Milliarden. Für hoch radioaktiven Müll ist sogar noch überhaupt keine Lagerstätte gefunden.

Vor diesem Hintergrund können sich die Atomkonzerne glücklich schätzen, dass der Staat ihnen das Entsorgungsproblem abnimmt. Einziger Vorteil für die Steuerzahler ist, dass wenigstens ein Teil der Rücklagen für die Altlasten gesichert wird – auch für den Fall, dass einer der angeschlagenen Energieversorger Pleite geht. Das ist freilich nur ein schwacher Trost, denkt man an die vielen Milliarden, die jahrzehntelang mit Atomstrom verdient worden sind. Die Kosten der Produktion sind verschleiert worden. Die Dummen sind, wie sie oft, die nachfolgenden Generationen. Sie müssen die Atomzeche zahlen.


0 Kommentare