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18.10.2016, 18:56 Uhr KOMMENTAR ZUM TREFFEN IN BERLIN

Rot-rot-grün und der Selbsterhaltungstrieb der Sozialdemokraten

Kommentar von Dirk Fisser

Abgeordnete von SPD, Linken und Grünen treffen sich in Berlin zu Gesprächen über ein mögliches rot-rot-grünes Bündnis nach der Bundestageswahl. Foto: dpaAbgeordnete von SPD, Linken und Grünen treffen sich in Berlin zu Gesprächen über ein mögliches rot-rot-grünes Bündnis nach der Bundestageswahl. Foto: dpa

Osnabrück. Politiker von SPD, Linken und Grünen treffen sich in Berlin zu Gesprächen für ein mögliches rot-rot-grünes Bündnis nach der Bundestagswahl. Die besten Karten haben trotz allem CDU und CSU.

Umfragen seien ja nur Momentaufnahmen, sagen diejenigen, die in Umfragen schlecht abschneiden. Es ist ja auch etwas dran, an dieser Binsenweisheit. Doch gerade bei der SPD ist aus der Moment- längst eine Bestandsaufnahme geworden. Die Volkspartei hadert mit ihrem Schicksal als Anhängsel in der Großen Koalition, krebst in der Wählergunst knapp über 20 Prozent. Aus reinem Selbsterhaltungstrieb müssen sich die Sozialdemokraten nach Koalitionsalternativen zur Union umschauen.

Eine Zusammenarbeit mit Linken und Grünen scheint die realistischste Chance, das Kanzleramt von Angela Merkel zurückzuerobern. Zur Erinnerung: Bereits bei den vergangenen beiden Bundestagswahlen hatte jene Kombination eine rechnerische Mehrheit. Anders als damals: Keiner der Beteiligten schließt heute eine solche Zusammenarbeit aus. Die Linke ist mittlerweile regierungsfähig, wie sie in Thüringen und demnächst in Berlin unter Beweis stellt. Und sie muss es auch auf Bundesebene sein. Als Protestpartei funktioniert sie nicht mehr, diese destruktive Rolle hat die AfD übernommen, mit deren Einzug in den Bundestag zu rechnen ist. Für die Union dürfte das die schlimmste aller Vorstellungen sein: gemeinsam in der Opposition mit der AfD. Fakt ist aber auch, dass die Union die meisten Koalitionsoptionen auf dem Tisch hat. Erst recht, wenn die FDP zurückkehrt.


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