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14.02.2016, 18:28 Uhr KOMMENTAR ZUM TREFFEN AUF KUBA

Historische Begegnung zwischen Papst und Patriarch

Kommentar von Dr. Christof Haverkamp

Papst Franziskus und Patriarch Kirill trafen sich in Havanna. Foto: dpaPapst Franziskus und Patriarch Kirill trafen sich in Havanna. Foto: dpa

Osnabrück. Es gab eine Umarmung, Bruderküsse und eine Erklärung: Papst Franziskus und der russisch-orthodoxe Patriarch Krill haben mit ihrem ersten Treffen auf Kuba Kirchengeschichte geschrieben.

Das Treffen zwischen Papst Franziskus und dem russisch-orthodoxen Patriarchen Kirill kann aus kirchenpolitischer Sicht gar nicht hoch genug veranschlagt werden. Es ist ein diplomatischer Erfolg, der sich nicht messen lässt an der sperrigen Erklärung mit mehr als 30 Punkten. Entscheidend ist vielmehr, dass die historische Zusammenkunft zwischen den Kirchenoberhäuptern aus der West- und der Ostkirche überhaupt stattfand. Dafür mussten etliche Hindernisse aus dem Weg geräumt werden, gerade auf russischer Seite.

Das Treffen auf neutralem Boden in Kuba belegt zugleich, dass die christliche Ökumene mehr umfasst als die evangelisch-katholischen Beziehungen. Um theologische Differenzen ging es in dem gut zweistündigen Gespräch kaum; soziale und ethische Fragen standen im Vordergrund. Und die gemeinsame Erfahrung, dass Christen gleich welcher Konfession im Nahen Osten und in Nordafrika zu den Opfern des islamistischen Terrors gehören. Die Zerstörung und Plünderung von Kirchen in Syrien und im Irak, die Vertreibung und Gewalt gegen Christen, kurz: das gemeinsame Leid verbindet.

Sicherlich war die Begegnung nur ein Anfang auf dem Weg zur Versöhnung. Und vielleicht können der Papst und der Putin-nahe Patriarch auch politisch zum Frieden beitragen, indem sie im Syrien-Konflikt Brücken bauen. Zu hoffen wäre es.


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