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06.01.2016, 19:25 Uhr ÜBERGRIFFE IN SILVESTERNACHT

Köln mahnt: Hart durchgreifen und fair bleiben

Kommentar von Uwe Westdörp

Polizisten stehen in Köln vor dem Hauptbahnhof. Nach den sexuellen Übergriffen auf Frauen in der Silvesternacht verstärkt die Polizei die Präsenz auf dem Platz. Foto: dpaPolizisten stehen in Köln vor dem Hauptbahnhof. Nach den sexuellen Übergriffen auf Frauen in der Silvesternacht verstärkt die Polizei die Präsenz auf dem Platz. Foto: dpa

Osnabrück . Was ist zu tun nach den massenweisen Übergriffen auf Frauen in Köln? Politik, Polizei, Medien und Gesellschaft stehen vor einer Bewährungsprobe.

Welch armselige Empfehlung. Da rät die Oberbürgermeisterin von Köln den Frauen in ihrer Stadt doch tatsächlich, immer eine Armlänge Abstand zu anderen Menschen zu halten und so mögliche Übergriffe zu vermeiden. Dabei gibt es nach den Silvesterausschreitungen von Köln doch keinen Zweifel, wer Täter ist und wer Opfer. Und deshalb müssen nicht die Frauen ihr Verhalten ändern, sondern die Täter mit aller Härte verfolgt werden. Alles andere wäre eine Kapitulation des Rechtsstaates und ein Triumph für kriminelle Chauvinisten und Frauenverächter.

Die Ermittlungen müssen ohne jedes Tabu geführt werden . Nationalitäten dürfen dabei keine Rolle spielen. Wer auch immer solch widerliche Taten begeht wie in Köln, gehört hinter Gitter. Und wer als Asylbewerber straffällig wird, sollte sich darauf einstellen müssen, abgeschoben zu werden. Das sieht nicht nur das deutsche Recht vor, das steht so auch in der Genfer Flüchtlingskonvention.

Richtig ist freilich auch: Kriminelle gibt es in allen Bevölkerungsgruppen. Niemand darf aufgrund seiner Herkunft unter Generalverdacht gestellt werden.

Politik, Polizei, Medien und Gesellschaft stehen nun vor einer Bewährungsprobe. Nicht überreagieren, fair bleiben, zugleich aber auch Härte und Konsequenz zeigen: Das erfordert allergrößte Konzentration und einen kühlen Kopf.


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