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05.01.2016, 14:33 Uhr zuletzt aktualisiert vor SPANNUNGEN MIT DEM IRAN

Saudi-Arabiens Machtgebaren: Auf die USA kommt es an

Kommentar von Franziska Kückmann

Der saudische König Salman: Seitdem er regiert, verhält sich Saudi-Arabien zunehmend aggressiv. Foto: dpaDer saudische König Salman: Seitdem er regiert, verhält sich Saudi-Arabien zunehmend aggressiv. Foto: dpa

Osnabrück. Natürlich sollte Deutschland seine Waffengeschäfte mit Saudi-Arabien stoppen – nicht erst seit der Massenhinrichtung. Doch viel wichtiger ist, wie die USA auf das saudische Gebaren reagieren.

Allen Forderungen zum Trotz sieht es nicht so aus, als würde die Bundesregierung die deutschen Rüstungsgeschäfte mit Saudi-Arabien ernsthaft aussetzen. Zu lukrativ ist der Handel, zu einflussreich die Lobby dieses Wirtschaftszweigs. Seit Jahren gibt es zwingende Gründe dafür, dem autoritär regierten Königreich keine Waffen in die Hand zu drücken. Doch selbst nach der Massenhinrichtung kann sich die Bundesregierung nicht zu diesem Schritt durchringen. Welch ein Armutszeugnis.

Wohlgemerkt: Auf keinen Fall sollte Berlin aus Protest seine Beziehungen nach Riad grundsätzlich abbrechen. Dies zu fordern, wäre naiv – und fatal. Denn so rückständig, restriktiv und menschenverachtend das saudische Regime auch sein mag: Ohne die Ölmonarchie als einflussreiche Regionalmacht ist kein Konflikt im Nahen Osten zu lösen. Gleiches gilt übrigens für den Iran. Deshalb ist die Annäherung zwischen Teheran und dem Westen nach dem Atom-Deal ausdrücklich zu begrüßen. (Weiterlesen: Saudi-Arabien und Iran: Gründe und Folgen ihrer Feindschaft )

Es wäre allerdings falsch zu glauben, dass der deutsche Einfluss allein das Königshaus zum Umdenken bewegen könnte. Dazu ist er zu begrenzt. Viel entscheidender wird sein, ob die USA das Treiben ihres engen Verbündeten weiterhin tolerieren oder ihm Einhalt gebieten. Riad destabilisiert mit seinem Gebaren die ganze Region. Die Scherben dieses Alleingangs werden andere aufsuchen müssen.


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