Ein Bild von Franziska Kückmann
14.05.2015, 15:54 Uhr MILITÄR VERSUCHT PUTSCH

Krise in Burundi: Kleines Land, weit weg – oder?

Kommentar von Franziska Kückmann

Ausnahmezustand in Burundi: Gegner des Präsidenten und Regierungstreue treffen aufeinander. Foto: ReutersAusnahmezustand in Burundi: Gegner des Präsidenten und Regierungstreue treffen aufeinander. Foto: Reuters

Osnabrück. Burundi ist winzig und voller Probleme. Nun droht die Gewalt zu eskalieren. Was uns das angeht? Eine Menge.

Um Burundi auf einer Afrika-Karte zu finden, muss man schon ganz genau hinschauen: Das Land ist winzig, und doch voll politischer und wirtschaftlicher Probleme. Obgleich der Bürgerkrieg in den 1990er-Jahren entlang ethnische Linien entbrannte, befeuert jetzt weniger der Gegensatz der Volksgruppen Hutu und Tutsi das Chaos. Die Gewalt entflammt vielmehr aufgrund von Armut und Perspektivlosigkeit – und sie ist die wütende Reaktion der Menschen angesichts politischer Willkür auf höchster Führungsebene.

Staatspräsident Pierre Nkurunziza hat angenommen, er könne seine verfassungswidrige Kandidatur für eine dritte Amtszeit einfach durchdrücken. Er selbst schlug damit den Funken, der das Pulverfass nun zur Explosion bringt. Sein Machthunger und sein bisheriges Versagen, Burundi wirtschaftlich vorwärts zu bringen, werden dem Land zum Verhängnis. Hinzu kommt, dass schwache staatliche Strukturen, viele bewaffnete Kräfte und eine gespaltene Armee das Chaos begünstigen.

Übrigens: Ein Ableger des deutschen Stahlkonzerns ThyssenKrupp hat gerade erst die Verkaufsrechte an Seltenen Erden aus einem burundischen Fördergebiet erworben – Rohstoffe, die für zahlreiche Hightechprodukte benötigt werden. Burundi, ein kleines Krisenland in weiter Ferne? Das gilt also höchstens auf den ersten Blick. Auf den zweiten steckt vielleicht ein Stück Burundi im eigenen Handy.


Der Artikel zum Kommentar

0 Kommentare