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29.01.2015, 19:09 Uhr SANKTIONEN UND DROHUNGEN

Öl ins Feuer des Ukraine-Konflikts

Kommentar von Uwe Westdörp

Im Visier: ein russischer Kampfpanzer. Foto: dpaIm Visier: ein russischer Kampfpanzer. Foto: dpa

Osnabrück. - Die EU-Außenminister haben sich bei ihrem Treffen in Brüssel Diplomaten zufolge auf eine Verlängerung von Reisebeschränkungen und Kontensperrungen gegen Dutzende Russen und Ukrainer geeinigt. Die Strafmaßnahmen würden um sechs Monate und damit bis September ausgedehnt, hieß es.

Werden noch schärfere Sanktionen die russische Regierung im Ukraine-Konflikt zum Einlenken bewegen? Man muss schon ziemlich blauäugig sein, um solche Hoffnungen zu hegen. Bisher haben Strafmaßnahmen lediglich zu einer Verhärtung der internationalen Fronten geführt.

Andererseits: Nur zuschauen kann die EU auch nicht, wenn die von den Russen unterstützten Separatisten in der Ostukraine immer neue Angriffe auf Regierungstruppen starten. Und so läuft alles auf eine Zuspitzung der Probleme hinaus.

Auch die Regierung in Kiew gießt unverantwortlicherweise Öl ins Feuer. Für den Abschuss von Kampfflugzeugen und die Zerstörung von Panzern setzt sie neuerdings Prämien aus. Fehlt nur, dass auch noch Kopfgeld gezahlt wird. Blanker, todbringender Zynismus breitet sich aus und erhöht die ohnehin schon großen Gefahren, die von diesem Krieg ausgehen.

Umso gefährlicher ist die fortschreitende internationale Isolierung der Russen. Aus der G-8-Runde sind sie bereits ausgeschlossen. Und nun entfällt womöglich auch noch die Parlamentarische Versammlung des Europarates als Ort des Dialogs. Auf der ukrainischen Bühne bahnt sich damit eine Tragödie an. Denn nur mit hartnäckigen Gesprächen und unermüdlicher Kompromisssuche wird es gelingen, die Krise zu lösen und die Gefahr eines größeren Krieges zu bannen.


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