10.04.2017, 16:45 Uhr

Viel Aufwand, viel Ertrag Mehr als sechs Stunden Qualen beim 5. Piesberg-Ultra-Marathon


Osnabrück. 60 Kilometer, 1837 Höhenmeter und 3354 Treppenstufen: Zum fünften Mal lockte der Piesberg-Ultra-Marathon (PUM) Laufenthusiasten aus ganz Deutschland nach Osnabrück. Zufrieden waren danach eigentlich alle.

Am Ende gab es bekanntlich sowieso nur Gewinner. Tatsächliche Sieger fand der PUM in der Männerwertung aber sogar zwei. Mit einer Zeit von 6:04:08 Stunden liefen Carlos Souza aus Osnabrück und Stefan Beckmann vom TV Borken nach 60 Kilometern, 1837 Höhenmetern und 3354 Treppenstufen zusammen über die Ziellinie. „Das hat sich halt so ergeben, weil wir von Anfang an das gleiche Tempo hatten“, erklärt Beckmann, der dann mit Souza verabredete, zusammen ins Ziel zu laufen. „Wer 58 Kilometer zusammen läuft, sollte auch gemeinsam den Zieleinlauf genießen“, ergänzt Souza, für den es der erste Sieg bei seiner fünften Teilnahme war.

Aussicht über Osnabrück

Bei den Frauen siegte Sonia Isabel Goebel aus Berlin in der Zeit von 6:40:01 Stunden vor Hannelore Horst vom TV Georgsmarienhütte, die in 7:15:24 Stunden ins Ziel kam. Im letzten Jahr gewann die 67-Jährige noch, war über den zweiten Platz aber keineswegs enttäuscht: „Ich bin 15 Minuten schneller gelaufen, als ich mir vorgenommen habe, und von daher super zufrieden.“ Besonders gut gefiel ihr die neue Strecke in diesem Jahr, die zwar etwas länger, aber dafür auch noch schöner sei. „In der letzten Runde bin ich dann sogar mal kurz stehen geblieben und habe die Aussicht von ganz oben genossen“, gibt sie zu. (Weiterlesen: Osnabrücker bereiten sich auf Hamburg-Marathon vor)

Auch von anderen Läufern bekam die Strecke und die Versorgung viel Lob. Am Eingangstor zum Abfallentsorgungszentrum war ein Verpflegungswagen aufgebaut, an dem sich die Läufer nach jeder Runde stärken konnten. Schnell ein Becher Cola oder Malzbier, dazu ein wenig Obst und dann ging es auch schon wieder auf die Strecke. Zusätzliche Unterstützung leistete eine Trommelgruppe, welche die Aktiven nach jeder Runde stimmungsvoll empfang.

Neun Dauerläufer

Eine besondere Ehrung erhielten neun Läufer, die bisher an jedem PUM teilnahmen. Alle bekamen eine Trophäe von den Organisatoren Günter Liegmann und Hans-Werner Rehers als Dank für ihre besondere Treue. Zu den Geehrten gehörte auch Michael Hölscher, in der Laufszene auch als „der einsame Wolf“ bekannt, aus Osnabrück. An der Veranstaltung am Piesberg schätzt er besonders, „dass es familiär und für mich natürlich auch ein Stück Heimat ist“. Und warum tut er sich das Laufen Jahr für Jahr an? „Warum läuft man überhaupt“, fragt er zurück und antwortet sich darauf direkt selbst: „Weil es die Gedanken befreit.“ (Weiterlesen: Osnabrücker erinnern sich an den ersten niedersächsischen Volkslauf vor 50 Jahren)

Von den 129 gestarteten Läufern kamen insgesamt 125 ins Ziel. Gesundheitliche Zwischenfälle gab es keine. Dementsprechend positiv fiel auch das Fazit von Organisator Liegmann aus: „Es war alles top. Wir haben per Mail und WhatsApp auch schon zahlreiche positive Rückmeldungen bekommen.“ Von vielen Läufern gab es auf diesem Wege auch das schönste Lob, was ein Veranstalter bekommen kann: „Wir werden im nächsten Jahr wieder dabei sein.“ Die Vorbereitungen darauf starten bereits jetzt.


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