03.07.2016, 16:52 Uhr

NOZ-Serie „Die EM und ich“ Ricardo Manzei: „Scholl ist mein Kronzeuge“

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det Osnabrück. Zur Fußball-EM präsentieren wir Personen der Region, die von ihren Eindrücken berichten. Heute: Der erfolgreiche Amateurfußball-Trainer Ricardo Manzei.

Herr Manzei, ist Mehmet Scholl Ihr Bruder im Geiste?

Weil er nach dem Spiel die Systemumstellung von Jogi Löw kritisiert hat, die ich in der Halbzeit auf Facebook angeprangert habe? Ich würde sagen: Mehmet ist mein Kronzeuge. Wir können beide – auch wenn es gut gegangen ist – nicht verstehen, wie sich eine deutsche Mannschaft derart ihrer eigenen Stärken beraubt und sich als italienische Schablone darstellt. Der Spielaufbau passte lange nicht, die Elf hat so nicht in ihr typisch dominantes Tempospiel gefunden.

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Immerhin hatte Italien aus dem Spiel heraus kaum Chancen…

Italien hat ein starkes Kollektiv mit einer überzeugenden Defensive, aber nicht so überragende Einzelspieler und keine offensive Qualität wie noch vor zehn Jahren. Man hätte den italienischen Stärken auch mit dem eigenen Stil und Charakter, der sich ab dem Viertelfinale des WM-Sieges entwickelt hatte, erfolgreich begegnen können. Man darf nicht vergessen: Mit der eigenen Art hatte die deutsche Mannschaft zuvor kein Gegentor kassiert.

Wie beurteilen Sie generell die Attraktivität der EM?

Was bislang fußballerisch geboten wurde, ist eine Katastrohe – keinerlei Weiterentwicklungen. Dafür eine Tendenz zu Handballelementen – wenn man sieht, wie oft sich Teams um den eigenen Strafraum verschanzt haben. Mit Deutschland, Frankreich und Spanien, das aber über den Zenit ist, haben nur drei Mannschaft einen eigenen Stil gezeigt. Dazu kommt der erfreuliche Aufstand der Zwerge Island und Wales – das war es aber auch schon.


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