22.03.2017, 12:49 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Ausbildung zum Zoo-Tierpfleger Über 100 verschiedene Tierarten im Zoo der Uni Bielefeld

Im Zoo der Universität Bielefeld lebt auch dieses Pantherchamäleon. Foto: Nadine GrunewaldIm Zoo der Universität Bielefeld lebt auch dieses Pantherchamäleon. Foto: Nadine Grunewald

Bielefeld. Professoren, Hörsäle und eine Mensa hat wohl jede Universität, einen eigenen Zoo nicht. Der Uni-Zoo der Bielefelder Hochschule hat nicht nur Vorteile für Lehramtsstudenten. Seit ein paar Jahren bietet die Uni auch eine Ausbildung zum Zoo-Tierpfleger an.


Wer auf dem Universitätsgelände nach Giraffen, Elefanten oder Nashörner Ausschau hält, der sucht vergeblich. Zwar umfasst der Bielefelder Uni-Zoo mehr als 104 verschiedenen Tierarten. „Die größten Tiere, die wir haben, sind aber unsere Minipigs“, sagt Claas Wegner. Der Professor für Biodidaktik begann im Jahr 2006 damit, den Zoo aufzubauen. Wegner hat selbst in Bielefeld Biologie studiert.
„Mir fehlten damals schon die Tiere.“
Auch ein Pantherchamäleon gibt es im Uni-Zoo. Foto: Nadine Grunewald
Wegner will seinen Lehramtsstudenten beibringen, wie sie Kinder im Unterricht packen könnten. Mit Tieren gehe das gut, denn über sie ließen sich zahlreiche Phänomene anschaulich erklären.
Das ist mit ein Grund dafür, dass es die typischen Zoo-Tiere an der Uni Bielefeld nicht gibt. „Wir wählen die Tiere danach aus, was wir an ihnen erklären können“, sagt Wegner. Eines der Tiere mit einer erstaunlichen Fähigkeit ist zum Beispiel der Basilisk: Er kann über das Wasser laufen.
 
Claas Wegner füttert einen Taschenkrebs. Foto: Nadine Grunewald
Die Fische ausgenommen, leben zwischen 200 und 300 Tiere im Uni-Zoo – Insekten, Reptilien, Amphibien und Säugetiere. Zu den Bewohnern des Zoos gehören unter anderen die gewöhnliche Moschussschildkröte, der große Madagaskar-Taggecko, amerikanische Hummer, das Wandelnde Blatt, der europäische Feuersalamander, der Axolotl, die Farbmaus und der Dsungarische Zwerghamster.
Ein Axolotl. Foto: Nadine Grunewald
Wer sich alle Tiere ansehen will, muss gut zu Fuß sein: Sie sind in unterschiedlichen Räumen auf verschiedenen Etagen und in unterschiedlichen Gebäuden untergebracht. Jasper Creuzmann weiß genau, welche Tiere er wo findet. Der 19-Jährige ist im ersten Lehrjahr seiner Ausbildung zum Zoo-Tierpfleger.
Jasper Creuzmann kümmert sich in seiner Ausbildung um die Tiere. Hier füttert er einen Anemonenfisch. Foto: Nadine Grunewald
Wenn er diese abgeschlossen hat, will er studieren, später in die Forschung gehen. Unter anderem deshalb entschied sich der Paderborner zu der Ausbildung an der Uni und gegen eine im Zoo. „Es macht Spaß, mit den Biologie-Studenten zusammenzuarbeiten“, sagt er. Auch der Kontakt mit den Tieren gefällt ihm – größtenteils zumindest.
„Die Boxen der Futtertiere sauber zu machen, ist eklig.“
Und davon gibt es eine Menge: Etwa 3000 Futtertiere werden alle drei Wochen bestellt.
In dem Becken schwimmt ein Taschenkrebs. Futter hat ihn unter seinem Stein hervorgelockt. Foto: Nadine Grunewald
Creuzmann kann sich glücklich schätzen. Denn pro Jahr gibt es an der Uni nur einen Ausbildungsplatz für angehende Zoo-Tierpfleger. Ungefähr 100 Bewerbungen gehen laut Wegner jährlich ein.
„Die Ausbildung ist bei uns anders als im Zoo. Bei uns liegt der Schwerpunkt auf der Didaktik.“
Einen wesentlichen Vorteil aber haben die Azubis, die an der Uni lernen, wie sie mit den Tieren umgehen müssen: „Die Arbeit findet überwiegend drinnen statt. Wenn wir etwas draußen machen müssen, können wir das für einen Tag planen, an dem das Wetter gut ist.“

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