21.03.2017, 09:32 Uhr

Oerlinghauser vor Gericht Tötete ein Mann seine Freundin auf Befehl eines Herrschers?

Der wegen Totschlags an seiner 31-jährigen Freundin angeklagte Mann saß im Landgericht in Detmold auf der Anklagebank zwischen seinem Anwalt Carsten Ernst (links) und einem Justizbeamten. Foto: dpaDer wegen Totschlags an seiner 31-jährigen Freundin angeklagte Mann saß im Landgericht in Detmold auf der Anklagebank zwischen seinem Anwalt Carsten Ernst (links) und einem Justizbeamten. Foto: dpa

Detmold. Im Auftrag eines Weltherrschers will ein Mann aus Oerlinghausen bei Bielefeld seine Freundin umgebracht haben. Für die Bluttat im Juni 2016 machte der 22 Jahre alte Angeklagte zum Auftakt eines Totschlagprozesses am Montag einen mehrmonatigen Drogenkonsum verantwortlich.

„Ich lebe seit einem LSD-Trip 2015 in einer Parallel-Welt“, sagte der Angeklagte beim Prozess vor dem Landgericht Detmold. Er habe es so empfunden, als habe ihm dieser Weltherrscher den Auftrag erteilt, seine Freundin zu töten. Welche Rolle der jahrelange Konsum verschiedener Drogen – darunter LSD, Marihuana, Speed und Alkohol – bei der Tat gespielt hat, soll ein Gutachter bewerten.

Zunächst andere Angaben gemacht

Damit erscheint der Tod der 31-jährigen Frau in einem völlig anderen Licht. Bei der Polizei hatte der 22-Jährige behauptet, seine Freundin auf deren eigenes Verlangen mit einem Messer getötet zu haben. Sie sei lebensmüde gewesen. Die Staatsanwaltschaft nahm ihm das nicht ab. Sie klagte den jungen Mann wegen Totschlags an. Ein Gutachter stellte beim Angeklagten vernarbte, schwere Stich- und Schnittverletzungen fest, die auf Abwehrbewegungen des Opfers hindeuteten. Der 22-Jährige war am Tag nach dem Tod der Frau beim Arzt gewesen.

Frau mehrere Monate vermisst

Über Monate hatte die Frau seit Juni 2016 als vermisst gegolten. Ihre Leiche wurde erst im Oktober gefunden. Nachdem die Ermittler dem 22-jährigen auf die Spur gekommen waren, hatte er sie zum vergrabenen Körper in einem Waldgebiet geführt. Der Angeklagte war den Ermittlern aufgefallen, weil er seine verschwundene Freundin nie als vermisst gemeldet hatte. In seiner Wohnung fanden sie dann ihr Handy.


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