22.11.2016, 12:24 Uhr

Nach Gefängnisräumung im Juli Wände der JVA Münster müssen abgestützt werden

Blick auf den Eingangsbereich der Justizvollzugsanstalt (JVA) mit vergitterten Fenstern in Münster (Nordrhein-Westfalen). Archivfoto: Friso Gentsch dpaBlick auf den Eingangsbereich der Justizvollzugsanstalt (JVA) mit vergitterten Fenstern in Münster (Nordrhein-Westfalen). Archivfoto: Friso Gentsch dpa

Osnabrück. Nachdem im Sommer das denkmalgeschützte Hafthaus der Justizvollzugsanstalt Münster wegen Einsturzgefahr geräumt werden musste, wurden die Sicherungsmaßnahmen nun verstärkt. Drei historische Giebelwände, an denen 24 Zellen angrenzen, werden provisorisch gesichert.

„Die nun angebrachte Stützkonstruktion soll die Wände entlasten und der Bauzaun, den wir um die Giebelwände gezogen haben, soll die Mitarbeiter und Gefangenen schützen bis wir eine endgültige Lösung gefunden haben“, sagt Rebecca Keller, Pressesprecherin des zuständigen Bau- und Liegenschaftsbetriebs (BLB) in Münster. 24 Zellen liegen im sternenförmigen Gebäude der JVA über vier Stockwerke verteilt und grenzen an die Wände. Schon im August 2016 habe man festgestellt, dass man diese sichern muss.

Teilweise normaler Gefängnisbetrieb

Auf dem JVA-Gelände gehe nach der Teilräumung im Juli der Betrieb derweil weiter. 80 Gefangene in Untersuchungshaft seien noch in dem ehemaligen Lazarett-Gebäude untergebracht. 110 JVA-Mitarbeiter sind hier und in der Außenstelle in Coesfeld eingesetzt. Auch der Betrieb in den Werkstätten, beispielsweise die Stuhlproduktion in der Holzwerkstatt und die Arbeiten in der Schlosserei liefen weiter.

Wegen Einsturzgefahr war der denkmalgeschützte Teil des Gefängnisses in Münster Anfang Juli vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb Hals über Kopf geräumt worden. Rund 500 Gefängnisinsassen waren binnen 48 Stunden zum größten Teil in andere Gefängnisse gebracht worden.

Denkmalschutz steht Abriss im Weg

Derzeit stimme sich der BLB mit der Denkmalschutzbehörde der Bezirksregierung Münster ab, welche Maßnahmen getroffen werden müssen, um das Denkmal zu sichern. „Wir möchten das Gebäude weiterhin für den Justizvollzug nutzen, aber der Denkmalschutz steht der weiteren Nutzung im Weg“, erklärt Keller. „Das Hafthaus ist in seinem jetzigen Zustand nicht sicher und kann so nicht wieder bezogen werden.“

Nach wie vor ziehe der BLB einen Abriss des 160 Jahre alten Gebäudes in Betracht und möchte neue Räume für die Untersuchungshaft bauen. Gutachter würden dies prüfen. Ein Gutachten der Bezirksregierung Münster sieht hingegen keine „Gefährdung der Standsicherheit“. Der BLB wolle dazu in einer ihm gesetzten Frist bis zum 28. November Stellung beziehen.


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