19.11.2016, 11:17 Uhr

Passagier: Extrem lauter Knall Blitz trifft Flugzeug im Anflug auf den FMO


Greven. Im Anflug auf den Flughafen Münster-Osnabrück(FMO) ist am Freitagabend eine Lufthansa-Maschine vom Blitz getroffen worden. Zwar hinterließ der Vorfall Spuren an der Außenhaut des Flugzeugs und vorübergehend am Innenleben der Passagiere; doch die Landung verlief glatt.

Wie Passagier Christian Brinkmann in der Nacht auf Facebook berichtete, war der Blitzeinschlag deutlich zu spüren gewesen: „Das war ein extrem lauter Knall, den ich nie vergessen werde.“ Am Boden besichtigte der Mann dann die Maschine und stellte Spuren an der Nase und am Heck des zweistrahligen Canadair Jet 900 fest. Er sprach sogar von Löchern in der Front und möglichen Verformungen am Leitwerk.

Maschine bleibt vorerst am Boden

Das wollte FMO-Sprecher Andres Heinemann am Samstag nicht bestätigen: „Ja, es sind Spuren an der Außenhaut des Flugzeuges zu erkennen. Aber die sind so, als wenn man ein Feuerzeug länger an diese Stelle gehalten hätte, sowie Unebenheiten.“ Eine Flugbegleiterin sprach nach Brinkmanns Worten auch von Spuren am linken Seitenleitwerk.

Unabhängig jedoch von der Art der Spuren müsse die Maschine am Boden bleiben, bis sie von Fachleuten freigegeben werde, erklärte der FMO-Sprecher. Im Zentrum der technischen Überprüfung stehe die Avionik, sprich: die Gesamtheit der elektronischen Geräte an Bord, einschließlich der Fluginstrumente. Es sei Routine bei einem Blitzeinschlag, so Heinemann, dass das getroffene Flugzeug auf Herz und Nieren durchgecheckt werde, bevor es wieder starten dürfe.

LH066 aus Frankfurt

Routine ist solch ein Blitzeinschlag offenbar auch für Piloten. Im Vergleich zu Autos auf der Straße treffe es Flugzeuge in Bodennähe erheblich häufiger, weil sich die Blitze eben höher gelegene Objekte suchten.

Der Linienflug LH066 aus Frankfurt war gegen 18 Uhr im Landeanflug auf den FMO, als es von dem Naturereignis durchgeschüttelt wurde. „Gefahr besteht da im Grunde keine, weil so ein Flugzeug wie ein Auto quasi als Faradayischer Käfig im Innenraum gegen solche Einflüsse abgeschirmt ist“, erläuterte Heinemann.

Wichtig: Ein- und Austritt

Entscheidend sei, dass der Blitz nicht nur in die leitende Hülle des Flugzeuges eingedrungen, sondern anschließend auch wieder ausgetreten sei, führte er weiter aus. Dafür sprächen die Beobachtungen des Passagiers an Front und Heck. Wäre das nicht der Fall könnten noch elektrische Ladungen in der Elektronik weiter wirken. Das würden die Techniker nun prüfen.

Für den Rückflug nach Frankfurt schickte die Lufthansa deshalb am Samstag eine Ersatzmaschine nach Greven.


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