07.11.2016, 14:36 Uhr

17. Suizid in NRW-Haftanstalten Häftling nimmt sich das Leben in Detmolder Gefängnis

Ein weiterer Häftling hat sich in einem NRW-Gefängnis das Leben genommen. Foto: Bernd Thissen dpaEin weiterer Häftling hat sich in einem NRW-Gefängnis das Leben genommen. Foto: Bernd Thissen dpa

Detmold. Ein weiterer Häftling hat sich in einem Gefängnis das Leben genommen. In der Justizvollzugsanstalt Detmold wurde am frühen Montagmorgen ein 68-Jähriger tot in seiner Zelle entdeckt, wie Anstaltsleiter Oliver Burlage sagte.

Der Mann habe sich in der Nacht mit seinem Gürtel stranguliert. Nichts habe auf Suizidgefahr hingedeutet, erklärte Burlage. Der Mann war 2012 wegen Totschlags zu sieben Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. Bald sollte seine Verlegung in den offenen Vollzug geprüft werden.

Erst am Samstag hatte sich in der Dortmunder JVA ein suizidgefährdeter Häftling das Leben genommen. Der vor der Haft drogenabhängige 37-Jährige habe als suizidgefährdet gegolten, sagte ein Sprecher des Justizministeriums. Der Häftling sei daher „in unregelmäßigen Abständen von maximal 15 Minuten“ in seiner Einzelzelle beobachtet worden. Zwischen zwei Kontrollgängen hatte er sich das Leben genommen.

17. Suizid in NRW-Haftanstalten in diesem Jahr

Laut NRW-Justizministerium und Staatsanwaltschaft Dortmund saß der 37-Jährige seit Januar in Untersuchungshaft. Im Juni wurde er wegen Diebstahls zu einem Jahr und acht Monaten Gefängnisstrafe verurteilt, saß jedoch weiter in U-Haft, weil sein Berufungsverfahren noch lief. Einen Abschiedsbrief fanden die Behörden nicht.

Nach Angaben des Justizministeriums war es nach dem Fall in Detmold der 17. Suizid in NRW-Haftanstalten in diesem Jahr. Mitte Oktober etwa hatte sich ein 34-jähriger in der Bochumer U-Haft das Leben genommen. „Wenn wir die Suizidgefahr erkennen, dann wird engmaschig kontrolliert“, sagte der Ministeriumssprecher. Als Optionen gebe es etwa besonders gesicherte Hafträume oder die Doppelbelegung mit anderen Häftlingen. Auch der psychologische Dienst begutachte alle Neuankömmlinge.

Der Selbstmord des Terrorverdächtigen Dschaber Al-Bakr, der sich Mitte Oktober zwei Tage nach seiner Verhaftung in einer Gefängniszelle in Leipzig erhängte, hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt und Kritik an der Justiz ausgelöst.


0 Kommentare