23.10.2016, 10:04 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Polizei sucht weiter nach Täter Schüsse auf Flüchtlingsunterkunft in Rheine


Rheine. In Rheine hat es in der Nacht von Donnerstag auf Freitag Schüsse auf eine Flüchtlingswohnung gegeben. Der Staatsschutz ermittelt. Die Polizei in Münster sagte unserer Redaktion am Montag, dass sie weiter nach dem Täter sucht.

„Um 2.05 Uhr in der Nacht hat es vier Schüsse auf unsere Wohnung im ersten Stock gegeben. Wir haben uns sofort auf den Boden geschmissen und die Polizei gerufen. Wir haben sehr viel Angst“, sagte der Syrer Jakob Agha, nachdem ehrenamtliche Flüchtlingshelfer unserer Redaktion entsprechende Hinweise auf den Vorfall gegeben hatten. Agha, der nach eigenen Angaben mit fünf anderen Flüchtlingen in der Wohnung an der Elter Straße in Rheine lebt, kritisierte: „Es ist sehr schade, wenn man sich in Deutschland nicht sicher fühlen kann.“

Staatsschutz ermittelt

Ein Polizeisprecher aus Steinfurt bestätigte unserer Redaktion den Vorfall am Sonntagmorgen, konnte aber keine weiteren Hinweise zur Tat geben. Er wies darauf hin, dass der Staatsschutz ermittelt und einen rechtsextremistischen Hintergrund überprüft. Verletzt wurde niemand.

Drei Löcher in zwei Fensterscheiben

In einer gemeinsamen Pressemitteilung, die Staatsanwaltschaft Münster und Polizei Steinfurt nach der Anfrage unserer Redaktion veröffentlichten, hieß es, dass ein Flüchtling drei Löcher in zwei Fensterscheiben der in Rheine-Eschendorf gelegenen Wohnung entdeckt hatte. Bei den Löchern handele es sich um drei kreisrunde Löcher mit rund vier Millimetern Durchmesser in den Außenscheiben der Doppelverglasung. Projektile oder andere Hinweise auf die Ursache hat die Polizei nach eigenen Angaben bei der Tatortaufnahme nicht gefunden. Zum Tatzeitpunkt hat sich nach Angaben der Beamten nur ein Syrer alleine in der Wohnung aufgehalten. Da ein fremdenfeindlicher Hintergrund nicht auszuschließen sei, habe die Abteilung Staatsschutz der Polizei Münster die Ermittlungen übernommen. In diesem Zusammenhang bittet die Polizei Münster um Zeugenhinweise unter der Telefonnummer 0251/2750.


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