20.09.2016, 12:32 Uhr

Nach Rosenkrieg Frau in Bielefeld mit Schrotflinte durch Autoscheibe erschossen

Ein Mann aus Bad Oeynhausen wird beschuldigt, seine Ex-Frau in Bielefeld durch die geschlossene Autoscheibe mit einer Schrotflinte erschossen zu haben. Foto: imago/Russian LookEin Mann aus Bad Oeynhausen wird beschuldigt, seine Ex-Frau in Bielefeld durch die geschlossene Autoscheibe mit einer Schrotflinte erschossen zu haben. Foto: imago/Russian Look

Bielefeld/Bad Oeynhausen. Nach den tödlichen Schüssen im Bielefelder Stadtteil Senne am Donnerstagmorgen werden immer mehr Details bekannt: Die 41-Jährige wurde durch die Autoscheibe mit einer Schrotflinte erschossen. Der beschuldigte Ex-Mann sitzt in Untersuchungshaft. Scheinbar waren der Tat eine On-Off-Beziehung und ein Rosenkrieg vorausgegangen.

Wie die Bielefelder Staatsanwaltschaft bestätigt, ist die Frau am vergangenen Donnerstag gegen 8 Uhr vor ihrem Wohnhaus am Eisterfeldweg in Bielefeld erschossen worden. Sie war gerade auf dem Weg zur Arbeit. Zwei Schüsse aus einer Schrotflinte trafen das Opfer durch die geschlossene Autoscheibe in den Brustbereich. „Die Obduktion ergab, dass ein Schuss tödliche Verletzungen verursachte“, sagte Staatsanwältin Stefanie Jürgenlohmann.

Ex-Mann sitzt in Untersuchungshaft

Am Tatort wurden DNA-Spuren des Ex-Mannes, ein 53-Jähriger aus Bad Oeynhausen, sichergestellt. Daraufhin erlies die Haftrichterin am Freitagabend einen Haftbefehl wegen Totschlags. Er wurde durch das SEK festgenommen — seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.

Rosenkrieg vorausgegangen

Die bisherigen Ermittlungen der 21-köpfigen Mordkommission und der Staatsanwaltschaft legen nahe, dass der mußmaßliche Täter und das Opfer eine On-Off-Beziehung geführt hatten. Nach ersten Aussagen von Verwandten sei der Tat ein Rosenkrieg vorausgegangen, der auch zu Anzeigen bei der Polizei geführt habe. In einer längeren E-Mail an die Polizei habe das spätere Opfer Angaben zu dem Beziehungsverlauf gemacht, die die Aussagen der Verwandten bestätigen. „Der Beschuldigte hatte die 41-Jährige wegen Brandstiftung an seinem Auto angezeigt. Im Gegenzug hat das Opfer den 53-Jährigen wegen Brandstiftung eines Pumpenhäuschens an ihrem Pool angezeigt“, sagt Staatsanwältin Stefanie Jürgenlohmann.

Beide Parteien hätten mittlerweile Anwälte engagiert gehabt, um sich scheiden zu lassen. Sie lebten zum Tatzeitpunkt getrennt und die 41-Jährige hatte seit kurzem einen neuen Partner. „All diese Indizien lassen vermuten, dass die Tat in Zusammenhang mit der Beziehung stehen könnte“, sagt Staatsanwältin Stefanie Jürgenlohmann. Die Frau hinterließ zwei Söhne im Alter von zehn und zwölf Jahren. Derzeit werden Verwandte, Freunde und andere Personen aus dem Umfeld der beiden zu dem Verhältnis befragt.

Ermittler suchen Tatwaffe

„Die Tatwaffe haben wir bisher nicht gefunden“, sagt Staatsanwältin Stefanie Jürgenlohmann. „Außerdem hat sich der Beschuldigte bisher noch nicht zu den Vorwürfen eingelassen.“ Die Ermittler sind auch auf Zeugenhinweise angewiesen. „Direkte Augenzeugen der Tat gibt es nicht“, sagt sie. Anwohner haben nur die Schüsse gehört und die Rettungskräfte alarmiert.

Die Mordkommission wertet derzeit das Bewegungsprofil des 53-Jährigen aus. Dazu analysieren sie Handy- und Navigationsdaten. Vermutlich war der Verdächtige nach der Tat zu seinem Wohnort oder Firmensitz in Bad Oeynhausen zurückgekehrt, um anschließend wieder nach Bielefeld zu fahren. „Konkret werten wir die Standortdaten aus. Wo hat der Beschuldigte angehalten? Irgendwo könnte er die Tatwaffe versteckt haben“; sagt Staatsanwältin Stefanie Jürgenlohmann.

Der Tatverdächtige habe keinen Waffenschein in Deutschland erworben. Da er griechischer Staatsbürger sei, werde geprüft, ob er einen im Ausland besaß. „Wie er an die Waffe gelangt ist, ist ebenfalls Gegenstand der Ermittlungen“, sagt Jürgenlohmann.

Polizei bittet um Hinweise

Zeugen, die am vergangenen Donnerstag in Tatortnähe in Bielefeld oder Bad Oeynhausen oder auf der Strecke dazwischen eine verdächtige Person oder ein Auto gesehen haben, können sich bei der Polizei unter Telefon 0521/5450 melden.


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