16.09.2016, 15:50 Uhr

Gegen mutmaßliches Täterpaar Foltermord in Höxter: Staatsanwaltschaft will Mordanklage erheben

Das Wohnhaus des beschuldigten Ehepaares in Höxter-Bosseborn. Den Beschuldigten Wilfried W. und Angelika W. aus Höxter droht nach Informationen des Spiegels eine lebenslange Haftstrafe. Die Staatsanwaltschaft Paderborn soll Anklage wegen Mordes durch Unterlassen in zwei Fällen erheben. Foto: Jonas Güttler/dpaDas Wohnhaus des beschuldigten Ehepaares in Höxter-Bosseborn. Den Beschuldigten Wilfried W. und Angelika W. aus Höxter droht nach Informationen des Spiegels eine lebenslange Haftstrafe. Die Staatsanwaltschaft Paderborn soll Anklage wegen Mordes durch Unterlassen in zwei Fällen erheben. Foto: Jonas Güttler/dpa

Höxter. Den Beschuldigten Wilfried W. und Angelika W. aus Höxter droht nach Informationen des Spiegels eine lebenslange Haftstrafe. Die Staatsanwaltschaft Paderborn soll Anklage wegen Mordes durch Unterlassen in zwei Fällen erheben.

Der 46-jährige Verdächtige Wilfried W. und seine 47-jährige Ex-Frau hatten jahrelang Frauen per Kontaktanzeige nach Höxter gelockt, wie die Ermittlungen ergaben. Polizei und Staatsanwaltschaft gehen von acht Opfern aus, zwei Frauen aus Niedersachsen kamen ums Leben. Prozessauftakt soll nach Angaben der Neuen Westfälischen am 26. Oktober sein. Laut Spiegel nannte die Beschuldigte Angelika W. grausame Details gegenüber den Ermittlern. Das Opfer Annika W. soll mit einem Elektroschocker gequält worden sein und habe in einer Badewanne im Keller schlafen müssen – an Armen und Beinen mit Handschellen gefesselt. (Weiterlesen: Frau aus Niedersachsen in Höxter zerstückelt und verbrannt)

Christel P. hat nach Informationen des Spiegels drei Monate mit dem Folterpaar zusammengelebt, bevor sie schwer verletzt nach Hause fahren konnte. Sie könnte eine der wichtigsten Zeugen im Prozess sein.

Der Fall war im Mai bekannt geworden nachdem das Paar versucht hatte, die schwer verletzte Susanne F. zurück nach Bad Gandersheim zu bringen. Nach einer Autopanne riefen sie den Rettungswagen. Susanne F. starb im Krankenhaus, die Ärzte riefen die Polizei. Über Zeitungsanzeigen sollen sie ihre Opfer nach Ostwestfalen gelockt haben.


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