03.05.2016, 10:54 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Tötungsdelikte in Nordrhein-Westfalen Duo aus Höxter suchte auch im Raum Osnabrück nach Frauen

Mit dieser Anzeige in der Neuen Osnabrücker Zeitung suchte das Paar aus Höxter offenbar auch in der Region Osnabrück nach Frauen. Montage: dpa/ LandwehrMit dieser Anzeige in der Neuen Osnabrücker Zeitung suchte das Paar aus Höxter offenbar auch in der Region Osnabrück nach Frauen. Montage: dpa/ Landwehr 

Osnabrück. Der Tod zweier Frauen aus Niedersachsen im ostwestfälischen Höxter beschäftigt aktuell die Ermittler. Mit einer Kontaktanzeige hatte das Duo aus Höxter die Frauen in sein Haus gelockt. Auch in der Neuen Osnabrücker Zeitung gab das Paar offenbar eine Annonce auf.

Mehrere Wochen wurde eine Frau aus dem niedersächsischen Bad Gandersheim von dem Paar auf dem Gehöft in Höxter festgehalten und misshandelt. Vergangene Woche starb die 41-Jährige aufgrund schwerer Kopfverletzungen in einem Krankenhaus. Darüber hinaus hat das Duo ein weiteres Tötungsdelikt gestanden. Das erste Opfer des Paars, die 33-jährige Annika W., stammte ebenfalls aus Niedersachsen. Das Duo verbrannte ihre Leiche und verstreute die Asche im Ort. Aktuell laufen die Ermittlungen der Polizei zu den Fällen.

Annonce in der Neuen Osnabrücker Zeitung

Über eine Partnerschaftsanzeige hatten der 46-jährige Mann und seine Ex-Frau Kontakt zu den Toten aufgenommen. Eine Annonce, die kein Einzelfall war. So schaltete das Duo bundesweit Anzeigen, um Frauen kennenzulernen. Offenbar suchte das Paar auch in der Region Osnabrück nach Frauen. Eine seiner Anzeigen erschien am 20. Dezember 2014 in der Neuen Osnabrücker Zeitung.

Telefonnummer angegeben

Darin äußert ein „sympathischer 44-Jähriger aus Höxter“ einen Weihnachtswunsch. Er sei „romantisch und naturverbunden“ und wünsche sich „Nette Sie, die zu im zieht und zu ihm hält“. Das Alter der Dame sei nicht ausschlaggebend, wichtig sei, dass es zwischen beiden passe. Am Ende der Anzeige hatte das Paar eine Telefonnummer angegeben.

Mehrere Frauen meldeten sich bei Polizei

Ob sich bereits Frauen, die zu dem Paar Kontakt hatte, bei der Osnabrücker Polizei gemeldet haben, konnte die Pressestelle der Polizeiinspektion auf Nachfrage unserer Redaktion nicht sagen. Vielmehr verwiesen die Beamten auf das laufende Ermittlungsverfahren und die Staatsanwaltschaft Paderborn. Betroffene Frauen aus der Region Osnabrück müssten sich zunächst an die Ermittler in Nordrhein-Westfalen wenden. Bereits in den vergangenen Tagen hatten die Beamten aus Höxter berichtet, dass sich mehrere Frauen bei den Ermittlern gemeldet hätten. Die Ermittlungen zu dem Fall werden mehrere Wochen dauern.

Liveticker von der Pressekonferenz

In einer Pressekonferenz informierten Oberstaatsanwalt Ralf Meyer und der Leiter der Mordkommission „Bosseborn“, Kriminalhauptkommissar Ralf Östermann, am Dienstag im Polizeipräsidium Bielefeld über den Fall. Den Liveticker der PK zum Nachlesen finden Sie hier.

Die Polizei hat für Hinweise von Zeugen und möglichen weiteren Opfern eine Hotline eingerichtet: (0521) 545 1155


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