20.03.2017, 16:04 Uhr

Kontrolle der Polizeidirektion Osnabrück Warum schnallen sich so viele Autofahrer nicht an?

Wer im Auto sitzt, muss sich anschnallen. Viele Menschen machen das dennoch nicht. Foto: dpaWer im Auto sitzt, muss sich anschnallen. Viele Menschen machen das dennoch nicht. Foto: dpa

ngr/pm Osnabrück. Dass man sich während der Autofahrt anschnallen muss und als Fahrer nicht am Smartphone herumspielen darf, weiß eigentlich jeder. Dennoch haben Polizisten während der Kontrollwoche der Polizeidirektion Osnabrück hunderte Verstöße festgestellt – und geahndet.

  • 475 Insassen waren nicht angeschnallt
  • 41 Verstöße gegen richtige Verwendung von Kindersitzen
  • 122 Bußgelder wegen Handy-Nutzung am Steuer verhängt
  • Zwölf Verfahren wegen fehlenden Schutzhelmes

Über 200 Polizisten waren an der Kontrollwoche vom 13. bis zum 19. März an 210 Kontrollorten vom Teutoburger Wald bis zu den Ostfriesischen Inseln im Einsatz. Am häufigsten missachteten Autofahrer die Anschnallpflicht: Mehr als 475 Menschen waren laut einer Mitteilung der Polizei nicht-angeschnallt unterwegs. Wer erwischt worden ist, musste ein Verwarngeld in Höhe von 30 Euro zahlen.

Aus Bequemlichkeit

Doch warum erwischt die Polizei immer wieder Insassen, die sich während der Fahrt nicht anschnallen? Schließlich kann das bei Unfällen lebensgefährlich sein. „Die Autofahrer schildern, dass sie schlicht weg vergessen haben, den Gurt anzulegen oder diesen aus Bequemlichkeit nicht angelegt haben, weil sie nur eine kurze Strecke zurücklegen mussten“, erklärt eine Sprecherin der Polizeidirektion auf Nachfrage unserer Redaktion. „Die Gefährlichkeit des ‚Nichtanschnallens‘ ist offensichtlich nicht allen Verkehrsteilnehmern bewusst.“

Kindersitze falsch genutzt

Nicht nur sich selbst, auch ihre Kinder bringen zahlreiche Autofahrer immer wieder in Gefahr. Allein während der Kontrollwoche bemerkten die Polizisten 41 Autos, in denen Kindersitze oder Kinderrückhalteeinrichtungen nicht ordnungsgemäß genutzt wurden. „Wir appellieren hier deutlich an die verantwortlichen Fahrzeugführer.

Ohne die passende Rückhalteeinrichtung besitzen Kinder ein sieben Mal höheres Risiko im Falle eines Unfalles schwere Verletzungsfolgen davon zu tragen“, sagt die Polizeisprecherin.

Smartphones am Steuer

Die Kontrolle der Nutzung von Smartphones oder anderen elektrischen Geräten am Steuer war laut der Sprecherin nicht Schwerpunkt der Kontrolle. Nichtsdestotrotz sind 122 Verkehrsteilnehmer dabei erwischt worden – eine „alarmierende“ Zahl. Die Betroffenen müssen ein Bußgeld in Höhe von 60 Euro zahlen und bekommen einen Punkt in Flensburg. „Die Ablenkung im Straßenverkehr durch Handynutzung am Steuer und die dadurch verbundenen Risiken werden oft unterschätzt und sind noch nicht im Gefahrenbewusstsein aller Verkehrsteilnehmer angekommen“, sagt die Sprecherin. Mit unterschiedlichen Präventionskampagnen versuchen Polizei und Landesverkehrswacht Niedersachsen Verkehrsteilnehmer jeder Altersgruppe für die Gefahren zu sensibilisieren.

Ohne Helm unterwegs

Während der Kontrollwoche leitete die Polizei zudem noch zwölf Verfahren gegen Verkehrsteilnehmer ein, die beim Führen von Mofas, Mopeds oder Motorrädern keinen Schutzhelm trugen.


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