02.12.2016, 10:48 Uhr

Paintball, Bouldern, Soccer Die originellsten Indoor-Sportstätten im Raum Osnabrück / Emsland

Durch das gemeinsame Bouldern lassen sich effektives Ganzkörper- und teamorientiertes Kommunikationstraining auf buchstäblich hohem Niveau miteinander verbinden. Foto: EbenerDurch das gemeinsame Bouldern lassen sich effektives Ganzkörper- und teamorientiertes Kommunikationstraining auf buchstäblich hohem Niveau miteinander verbinden. Foto: Ebener

Osnabrück. Wenn es draußen ungemütlich wird, bedeutet das nicht unbedingt, dass man sich zu Hause einigeln muss. In Raum Osnabrück / Emsland gibt es viele Möglichkeiten, dem Spiel- und Bewegungstrieb wetterunabhängig nachzugehen.

Von Matthias Liedtke

Ob Klettern, Hüpfen, Laufen oder einfach nur Spielen mit Spaß und Ziel: Vielfältig lässt sich den klimatischen Bedingungen in der kälteren Jahreszeit trotzen. Entweder für sich allein oder mit einer Gruppe – etwa als Team-Building-Maßnahme für Abteilungen oder Firmen – kann man nicht nur durch einzelkämpferisches Auspowern, sondern auch durch das gemeinsame Erreichen von Zielen Kraft tanken für den Arbeitsalltag. Und das alles buchstäblich unter einem Dach. Wir stellen nicht unbedingt die größten, aber die originellsten, im doppelten Sinne gut überdachten Indoor-Sport- und Spielstätten in der Region vor.


Aufgeblasen Bälle zuspielen: Paintballhalle in Belm:
Raus aus der Wirtschaftsblase, rein in die Spielblase: In der seit zwei Jahren bestehenden Paintballhalle in Belm bei Osnabrück wird neuerdings auch Bubble-Ball angeboten. Wem das gegenseitige Beschießen mit den kleinen Farbkugeln Angst macht, kann sich in große Gummikugeln hüllen, um bei spektakulären Zusammenstößen während des Fußballspielens nicht nur viel Spaß zu haben, sondern auch unverletzt davonzukommen. Aus Dänemark kommt die Trendsportart des vergangenen Jahres, die Betreiber Ronald Aleksi nun auch in der Region anbietet. Zehn riesige Knautschbälle, in denen man verschwinden kann und die ähnlich wie ein Airbag spektakuläre Flugeinlagen und Zusammenstöße ohne Blessuren ermöglichen, stehen in der ehemaligen, zur Paintball-Arena umgebauten Belmer Tennishalle derzeit zur Verfügung. Beim Bubble-Ball ist man nicht nur am Ball, sondern auch im Ball. Gut gesichert mit einer Knautschzone vom Kopf bis zu den Knien ist man somit von Anpfiff an. Große menschliche Gummibälle spielen sich dann gegenseitig den ganz normalen Fußball zu. Das wirkt zwar etwas aufgeblasen, verschafft aber jedem Einzelnen in der Bewegung ein Gefühl der Sicherheit, das darüber hinaus nicht langweilig ist, sondern enorm viel Spaß macht. Wer den Weg blockiert, wird einfach zur Seite geschubst, um Platz zu schaffen. Ohne Verletzungsrisiko ist foulen beim Bubble-Ball ausnahmsweise erlaubt – und auch für den Gefoulten ein Vergnügen zum buchstäblichen Kugeln.
Mannschaftssport zum Kugeln: Bubble-Ball ist inzwischen fester Bestandteil des Angebots der Paintballhalle in Belm. Foto: Michael Gründel
 
Einlochen und Treffen: Golf und Schießen in Lingen:
Wer Minigolf nur mit strahlend hellem Sommerwetter assoziiert, wird in Lingen eines Besseren belehrt. Seit Dezember 2013 befindet sich dort stadtnah, an der Meppener Straße gelegen, die erste und bislang einzige 3-D-Indoor-Minigolfanlage Niedersachsens. Im Schwarzlicht grell leuchtende Bildmotive und Bahnführungen sprechen zusammen mit spektakulären 3-D-Effekten und magischen Klängen aus der Lautsprecheranlage Augen und Ohren an. Auf 400 Quadratmeter Fläche wurden in einer farbenprächtigen Kombination aus Illusion und Indoor ein halbes Dutzend Themenwelten erschaffen, die jede Minigolfrunde zu einem multidimensionalen Erlebnis werden lassen. Eingelocht werden kann etwa im Dschungel, in einer bunten Unterwasserwelt oder in der geheimnisvollen Grabkammer. Ausgestattet mit einer 3-D-Brille und Minigolfschläger, versprechen die 18 Bahnen faszinierenden Spaß und ungewöhnliche Abwechslung. Nach dem erfrischend anderen Minigolf-Trip kann man sich im angrenzenden Bistro stärken. Unter anderem auch für Betriebsfeiern oder Vereinsausflüge haben sich die beiden Geschäftsführer Michael Beneken und Werner Möllering besondere Komplettangebote einfallen lassen. Seit einem Jahr neu ist das angegliederte Schießkino, wo man in verschiedenen Szenarien wie Tontaubenschießen, Dosenschießen oder Entenjagd mit einem Lichtpunktgewehr seine Treffsicherheit beweisen kann.
Faszinierend fluoreszierend: Die 3-D-Minigolfanlage in Lingen bietet ungewöhnlichen Spielspaß für alle Sinne. Foto: dreiDgolf
 
Teamarbeit im Zenit: Boulderhalle in Osnabrück
Durch das gemeinsame Bouldern lassen sich effektives Ganzkörper- und teamorientiertes Kommunikationstraining auf buchstäblich hohem Niveau miteinander verbinden. Seit den Siebzigerjahren steht der Begriff für eine eigenständige Disziplin des Sportkletterns, die ab 2020 sogar olympisch wird. Der Boulder ist dabei ein künstlicher Felsblock, der ohne jegliche Sicherung bestiegen werden kann, da er nicht über Absprunghöhe hinausgeht und Fallschutzmatten für eine weiche Landung sorgen. Seit Ende 2013 bietet Michael Pazzini mit der Zenit-Boulderhalle in Osnabrück auf inzwischen 1100 Quadratmetern ein wetterunabhängiges, zeitgemäßes Klettervergnügen unter professionellen Bedingungen an. Gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Thomas Hofer hat sich der gelernte Rückenschullehrer und Sporttherapeut mit aller Beharrlichkeit einen lange gehegten Traum erfüllt, nachdem er zehn Jahre zuvor das Klettern in der Halle für sich entdeckt hatte. Nicht nur auf Kraft und Kondition kommt es beim Bouldern an. Auch Geschicklichkeit, Griffsicherheit, Beweglichkeit, Technik, räumliches Denken, Koordination, Kreativität und damit körperliche ebenso wie geistige Flexibilität werden gefordert und gefördert.
Neben der ganzheitlichen Stärkung der Muskelkraft von den Finger- bis in die Fußspitzen befördert das Bouldern auch den Teamgeist und wechselseitiges Vertrauen. Gemeinsam entwickelt man unter professioneller Begleitung Strategien und Problemlösungen, wenn man buchstäblich nicht weiterkommt. Darüber hinaus erlernt man Trittsicherheit und schult das Gleichgewicht, etwa auch als Training für Bergwanderungen. Selbst Höhenangst lässt sich durch das Bouldern systematisch abtrainieren. Unterschiedliche, bis zu vier Meter hohe Wand-, Platten- und Dachformen, Variationen und Schwierigkeitsgrade machen das Bouldern so zu einem Fitness-Angebot mit sozialen Nebenwirkungen, die einem im Arbeitsalltag zugutekommen. Wer ins Schwitzen geraten ist, kann sich danach oder auch zwischendurch in gemütlichen Chill-Zonen, vor dem Kamin oder in der Boulderlounge ausgiebig entspannen.
Mehr als nur Klettern: Thomas Hofer (links) und Michael Pazzini in ihrer Zenit-Boulderhalle. Foto: Michael Gründel
 
Austoben bitte: Bounce-Party in der Spielarena Osnabrück
Einmal im Monat wieder Kind sein: An jedem ersten Donnerstag öffnet die großflächige und abwechslungsreiche Hoppla-Spielarena an der alten Winkelhausenkaserne in Osnabrück von 20 Uhr bis 23 Uhr ihre Pforten auch für Erwachsene. Dort, wo sonst die Kleinen zappeln, hüpfen, klettern, rutschen, kickern, tanzen oder Kartfahren, können sich dann „Kidults“ nach Feierabend gemeinsam mit Arbeitskollegen bei einer Bounce-Party nach Lust und Laune auspowern. Der Osnabrücker Kindermusiker Frank Acker betreibt das 1200 Quadratmeter große Areal an der Netter Heide zwischen Hafen und Haste mit seinem Bruder Jens. Das Konzept, das Spieleparadies wie in vielen Großstädten allmonatlich auch alle großen Kinder entdecken zu lassen, findet seit April dieses Jahres großen Anklang. An übergroßen Kickertischen, auf der großen Trampolinanlage, an hochwertigen Tischtennis-Turnierplatten, auf verschiedenen Hüpfburgen, an einem großen Klettergerüst, einer Kletterwand und auf der Kartbahn kann man gemeinsam in Bewegung und jung bleiben, ohne sich dafür schämen zu müssen, eben gelegentlich auch mal das Kind im Manne oder in der Frau rauszulassen. Nur die Mauern am Eingangsbereich erinnern noch an die militärische Vergangenheit der Spielarena. Betritt man aber die ehemalige Turnhalle, wird schnell klar, dass hier längst Spaß und Spiel das Kommando übernommen haben.
Hüpfburg für Erwachsene: Die Bounce-Party in der Hoppla-Spielarena bietet vielfältigen Spaß nach Feierabend. Foto: Jens Lintel
 
Hoch hinaus: Kletterhalle in Werlte
Abgesichert hohe Wände erklimmen wie in den Bergen und dabei ganz nebenbei auch noch soziale Kompetenzen erlernen kann man in der modernen Kletterhalle in Werlte. Seit Juli 2015 sorgt dort die Jugendbildungsstätte Abenteuerzeit dafür, dass auch Erwachsene ihrem Bewegungsdrang nachkommen können. Dabei steht allerdings der Leistungs- und Konkurrenzgedanke nicht im Vordergrund, wie Betreiber Rainer Lüker betont. Vielmehr soll mit dem gemeinsamen Klettern jene Teamplayer-Mentalität eingeübt und geschult werden, wie sie auch in der modernen Arbeitswelt zunehmend gefordert wird. „Sich einbringen und integrieren“ sei hier wie dort ein Weg, zum Ziel zu kommen, sagt der studierte Sozialpädagoge. Beim Klettern könnten nicht nur „eigene Grenzen erfahren und überwunden werden“, sondern auch Konzentration gefördert, Stress abgebaut und nicht zuletzt das „Gefühl von Vertrauen, Verantwortung und Zusammenhalt gestärkt“ werden. Zum einen lernt man, sich auf jemanden zu verlassen; zum anderen wird man aber auch selbst zu einer Vertrauensperson, die dem Kletterpartner Kraft und Sicherheit vermittelt. Insgesamt 108 Quadratmeter geprüft sichere Kletterfläche bieten mit zwei Dutzend bis zu zwölf Meter hohe Routen eine „Himmelsleiter“, eine „Highline“ und einen 18 Meter hohen Kletterbaum.
Bewegung mit Sozialaspekt: Beim gemeinsamen Routenerkunden kommt man sich in der Kletterhalle in Werlte näher. Foto: Rainer Lüker
 

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