01.12.2016, 11:10 Uhr

„Was ist nur los?“ Botschafter beklagt antisemitische Tendenzen in Niedersachsen

Der Botschafter des Staates Israel in Berlin, Yakov Hadas-Handelsman, hat anti-israelische und antisemitische Tendenzen in Niedersachsen beklagt. Symbolfoto: dpaDer Botschafter des Staates Israel in Berlin, Yakov Hadas-Handelsman, hat anti-israelische und antisemitische Tendenzen in Niedersachsen beklagt. Symbolfoto: dpa

Hannover/Hildesheim. Der Botschafter des Staates Israel in Berlin, Yakov Hadas-Handelsman, hat zunehmende anti-israelische und antisemitische Tendenzen in Niedersachsen beklagt.

Die Affäre an der Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim (HAWK), an der jahrelang ein Seminar mit israelkritischen und auch antisemitischen Tönen veranstaltet wurde, sei kein Einzelfall, betonte der 59-Jährige am Donnerstag in einem Gastbeitrag für die Online-Seite der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (haz.de) .

„Was ist nur los in Niedersachsen?“, fragt der Diplomat. Er führt eine Reihe von Vorfällen an, die ihn mit Sorge erfüllten. Dazu gehörte auch eine ursprünglich an der Universität Göttingen geplante Wanderausstellung zu Flucht und Vertreibung der Palästinenser. Sie basiere „schlicht auf falscher Geschichtsschreibung“.

Mitte November dieses Jahres habe eine Gruppe in der Delmenhorster Fußgängerzone einen Infotisch aufgebaut , „um eine Abstimmung über die Zukunft des jüdischen Staates abzuhalten“. Das Ergebnis hätten die Initiatoren gleich vorweggenommen: „Israel ist illegal.“

Für den Botschafter ist dies ein unerhörter Vorgang. „Einem legitimen und demokratischen Staat wurde das Existenzrecht abgesprochen - und nicht wenige Leute machten mit.“ Das Fazit des Diplomaten: „Israel wird als Vorwand genutzt, gegen Juden zu sein.“


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