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30.11.2016, 18:24 Uhr KOMMENTAR

Bitterer Vorgeschmack auf Lagersuche

Kommentar von Klaus Wieschemeyer

Das Atommülllager Asse bei Remlingen. Foto: dpaDas Atommülllager Asse bei Remlingen. Foto: dpa

Der Streit um das Asse-Wasser schwelt seit Jahren. Das ist kein gutes Omen für die anstehende Suche nach einem Endlager.

Deutschland steht vor einer gewaltigen Aufgabe: Binnen anderthalb Jahrzehnten soll der Standort für ein Atommüll-Endlager gefunden sein. Der Anspruch ist hoch: Nicht nur Niedersachsen, sondern die ganze Bundesrepublik soll ohne Rücksicht auf politische Befindlichkeiten nach dem geologisch bestgeeigneten Standort abgesucht werden. Nach einem Ort, an dem der Atommüll aus den Kernkraftwerken und der Asse Hunderttausende Jahre sicher verwahrt wird.

So weit die hehre Theorie. In der Praxis herrscht nicht einmal Einigkeit über 25 Badewannen voller Lauge, die zwar nicht radioaktiv sind, aber das Etikett „Asse“ tragen. Doch wie soll eine Gesellschaft, die sich jahrelang nicht über ein wenig Salzwasser einigen kann, damit umgehen, wenn Orte als Atommüllendlager in die Diskussion kommen?

Einen Vorgeschmack gibt es schon: Zwar wird nimmermüde betont, dass die Karte für die Lagersuche schneeweiß ist. Doch Bayern und Sachsen haben bereits vorab festgestellt, dass sie kein passendes Gestein haben. Und Niedersachsen betont, dass es bisher schon die Hauptlast des Atom-Erbes schultert.

Das Gezerre um das Asse-Wasser lässt Schlimmes für die Jahrzehnte der Endlagersuche erwarten.


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