30.11.2016, 17:56 Uhr

Streit um Elbeinleitung Lösung für Asse-Wasser in Sicht

Im ehemaligen Salzbergwerk Asse lagert Atommüll, der zurückgeholt werden soll. Foto: dpaIm ehemaligen Salzbergwerk Asse lagert Atommüll, der zurückgeholt werden soll. Foto: dpa

Die Entsorgung des Asse-Wassers ist ein Politikum: Pro Tag werden 25 Badewannen voller Salzlauge aus dem Atommülllager gepumpt. Wohin es ab Januar 2017 gehen soll, ist bislang offen. Nun gibt es offenbar eine Lösung.

Hannover. Im jahrelangen Streit um die Entsorgung von Salzlauge aus dem Atommüllager Asse II bei Wolfenbüttel deutet sich nach Informationen unserer Redaktion eine Zwischenlösung an. Demnach plant der Betreiber, das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), eine Abholung des Asse-Wassers durch eine Firma. Diese soll das Salz extrahieren und weiterverwenden – beispielsweise als Streusalz für den Winterdienst.

Eine BfS-Sprecherin wollte dies auf Anfrage weder bestätigen noch dementieren. Man prüfe verschiedene Modelle, „um nach Möglichkeit Abhängigkeiten zu vermeiden und Planungssicherheit zu gewinnen“, sagte die Sprecherin. Allerdings sei für den Weiterbetrieb ab dem 1. Januar 2017 gesorgt.

Streit um Elbeinleitung

Tatsächlich braucht das MfS dringend eine Lösung für das aus dem ehemaligen Salzbergwerk abgepumpte Wasser. Bislang wird es in das ehemalige Bergwerk Maria-glück bei Celle gebracht. Doch der Vertrag mit dem Betreiber K&S läuft Ende des Jahres aus, Mariaglück ist voll. Aus der Asse abgepumpt werden muss das nach BfS-Angaben nicht radioaktiv belastete Wasser trotzdem weiter, ansonsten würde das Bergwerk irgendwann ebenso „absaufen“ wie die Nachbarschächte Asse I und III.

Insgesamt geht es nach Betreiberangaben um ungefähr zehn bis elf Kubikmeter Wasser täglich – das entspricht etwa 25 Badewannen voll. Das BfS hat deswegen beim Landesamt für Bergbau (LBEG) eine Einleitung in die Elbe beantragt. Das Bundesamt hat bereits eine nicht ausgeschöpfte Genehmigung für die Einleitung von Salzwasser aus einer Halde in Gorleben. Darauf will das BfS aufsatteln.

Dieser Plan stößt bei Atomkraftgegnern auf Widerstand. Auch im Landtag gibt es Ablehnung: „Salzlauge in einen Süßwasserfluss zu verklappen ist wohl kaum die umweltverträglichste Lösung“, sagte die Grünen-Abgeordnete Miriam Staudte. Das BfS sieht das anders: Die Elbe wälze täglich 129 Millionen Badewannen durch den Landkreis Lüchow-Dannenberg. Bei einer Einleitung würden sich Asse- und Elbwasser im Verhältnis eins zu fünf Millionen mischen.

Am kommenden Montag dürfte das BfS seine Pläne öffentlich machen: Dann steht eine Unterrichtung der Landtagsabgeordneten an.


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