23.11.2016, 10:42 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Auch mehr Sexualdelikte Mehr Einbrüche in Region Weser-Ems

Die Zahl der Wohnungseinbrüche nimmt im Westen des Landes zu. Foto: DpaDie Zahl der Wohnungseinbrüche nimmt im Westen des Landes zu. Foto: Dpa

Hannover. Während die Einbruchskriminalität landesweit etwa auf gleichem Niveau verharrt, steigen die Fallzahlen im Westen des Landes stark an. Auch bei den Sexualdelikten gibt es eine deutliche Zunahme. Die CDU kritisiert Innenminister Boris Pistorius (SPD).

Der Westen Niedersachsens verzeichnet einen starken Anstieg der Einbruchskriminalität: Die für das Emsland, die Grafschaft Bentheim, den Raum Osnabrück und das westliche Ostfriesland zuständige Polizeidirektion (PD) Osnabrück verzeichnete in den ersten neun Monaten dieses Jahres 2057 Einbrüche. Das sind 13,65 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. Landesweit betrug die Zunahme lediglich 1,16 Prozent, in den Bereichen Hannover und Braunschweig verzeichnete die Polizei nämlich einen teils deutlichen Rückgang.

Im Bereich der PD Oldenburg, die unter anderem für das Bremer Umland und den Bereich Cuxhaven zuständig ist, blieb der Anstieg der Einbruchskriminalität mit einem Anstieg um 0,38 Prozent unter Landesschnitt. Das teilte Landesinnenminister Boris Pistorius (SPD) am Mittwoch auf eine dringliche Anfrage der CDU-Fraktion im Landtag mit. Insbesondere im Bereich der Polizeidirektion Leer/Emden gab es demnach einen deutlichen Anstieg. „Vor diesem Hintergrund wurde eine Ermittlungsgruppe eingerichtet, die mit erheblichem personellem und materiellem Ansatz die Ermittlungen führt“, sagte Pistorius.

CDU wirft Pistorius Heimlichtuerei vor

Die CDU kritisierte die Zahlen vor dem Hintergrund, dass Innenminister Pistorius erklärt hatte, eigentlich generell keine „unterjährigen Zahlen“ bekannt geben zu wollen. Regulär werden Einbruchszahlen jährlich von der Polizei bekannt gegeben. Immer wieder kam es zuletzt zwischen SPD-Minister und CDU zum Streit um Parlamentsanfragen. Pistorius mahnt, die Anfragen würden Polizeikräfte binden, die CDU wirft dem Minister Heimlichtuerei vor.

Die innenpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Angelika Jahns, warf dem Minister angesichts der neuen Einbruchszahlen vor, der Öffentlichkeit „politisch unangenehme“ Wahrheiten vorenthalten zu wollen.

Denn während die Zahl der Wohnungseinbrüche in Hamburg, Nordrhein-Westfalen oder Baden-Württemberg zuletzt rückläufig gewesen sei, eile Niedersachsen von Negativrekord zu Negativrekord. „Mit dieser Art der Desinformation besorgt der Innenminister das Geschäft der Populisten. Das Phänomen der Einbruchskriminalität verunsichert die Menschen zutiefst, nicht nur in Niedersachsen. Sie verlangen klare Antworten und eine Reaktion des Rechtsstaats – keine Heimlichtuerei des zuständigen Ministers“, sagte Jahns.

Mehr Sex-Straftaten

Auch bei den Sexualstraftaten verzeichnete die PD Osnabrück einen kräftigen Anstieg: Bis Ende September 2016 verzeichnete die Polizei in diesem Bereich 845 Fälle, das sind 21,93 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2015 (693 Fälle). Pistorius begründete die Zunahme unter anderem mit einem umfangreichen Verfahren im Bereich Kinderpornografie. Nach dem Fund eines großen Datenbestands auf dem Rechner eines Verdächtigen seien weitere Ermittlungsverfahren gegen andere Beschuldigte eingeleitet worden. Im Bereich der PD Oldenburg gingen die Zahlen von 953 im Vorjahreszeitraum auf 859 um 9,86 Prozent zurück. Allerdings wurden 75 Straftaten im Internet erfasst, bei denen der Tatort unklar ist.


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