18.10.2016, 14:52 Uhr

Das sagt der Glücksatlas 2016 Diese Regionen sind zufriedener als der Nordwesten

In Schleswig-Holstein leben dem Deutschen Glücksatlas zufolge weiterhin die glücklichsten Menschen – wie schon 2015. Doch dann folgt bereits der Nordwesten Niedersachsens. Symbolfoto: Colourbox.deIn Schleswig-Holstein leben dem Deutschen Glücksatlas zufolge weiterhin die glücklichsten Menschen – wie schon 2015. Doch dann folgt bereits der Nordwesten Niedersachsens. Symbolfoto: Colourbox.de

Osnabrück. In unserer Region leben dem Deutschen Glücksatlas zufolge die drittzufriedensten Menschen Deutschlands – wie bereits im vergangenen Jahr. In zwei Unterkategorien sichert der Nordwesten Niedersachsens gar die ersten Plätze. Und eine Weisheit hat der Glückatlas noch parat: Geld macht offenbar doch glücklich.

Wenig Zeit? Am Ende des Artikels gibt es eine Zusammenfassung.

Lebenszufriedenheit (Ø 7,11): Spitzenreiter ist mit 7,41 Punkten auf einer Skala von 0 bis 10 erneut Schleswig-Holstein, wie aus der von der Deutschen Post in Auftrag gegebenen Umfrage hervorgeht. Der Nordwesten Niedersachsens, die Region Niedersachsen/Nordsee, erreicht mit 7,22 Punkten erneut den dritten Platz unter den 19 Regionen – punktgleich mit Franken. Schlusslicht ist Mecklenburg-Vorpommern mit 6,77 Punkten.

Große Kluft zwischen Ost und West

In der Summe sind die Deutschen dem Glücksatlas zufolge so glücklich wie schon seit Jahren nicht mehr. Der Bundesdurchschnitt liegt nun bei 7,11 Punkten – dem höchsten Wert seit 2011. 2010 lag er noch bei 7,0. „Dafür gibt es gute Gründe“, sagt Mitautor Bernd Raffelhüschen. „In der medialen Wirklichkeit schlittern wir zwar von Krise zu Krise, aber in der Realität erlebt Deutschland ein Beschäftigungswunder.“

Ergebnisse des Glücksatlas in den Regionen. Grafik: dpa

Bundesweit zeigt sich erneut: Im Osten sind die Menschen am wenigsten mit ihrem Leben zufrieden. Die fünf neuen Bundesländer und gesamt Berlin belegen die letzten Plätze. Es sind zudem die einzigen Regionen, in denen die angegebenen Zufriedenheitswerte unter der 7,0 liegen. Zudem hat der Osten im Vergleich zum Vorjahr erneut an Boden verloren. So wird dort das Thema Zuwanderung weitaus kritischer gesehen. Nur ein gutes Drittel der Befragten sagt, dass die Integration bisher gut funktioniere. In allen westlichen Bundesländern liegen die Werte dabei dicht beieinander. Den größten Sprung nach vorn von Platz zwölf auf sieben macht die Region Nordrhein mit Köln (7,18).

Im europäischen Vergleich verbessert sich Deutschland von dem zehnten auf den neunten Platz.

Weiterlesen: Der Glücksatlas 2015

Vier Unterkategorien

Wohnen und Freizeit (Ø 7,6): In der Kategorie Wohnen und Freizeit belegt Niedersachsen/Nordsee mit 7,80 Punkten den bundesweit ersten Platz und verweist Schleswig-Holstein (7,79) auf Rang zwei. Der Nordwesten liegt damit 0,27 Punkte über dem Bundesdurchschnitt. Ein Grund könnten die ermittelten Baulandpreise sein, die dem Glücksatlas zufolge deutlich unter dem Bundesdurchschnitt liegen.

Insgesamt sind die Bundesbürger in dieser Kategorie recht zufrieden. Mit immer noch guten 7,24 Punkten belegt Brandenburg den letzten Platz. Insgesamt ist die Zufriedenheit in dieser Kategorie von allen mit 7,6 Punkten am höchsten.

Arbeit (Ø 7,0): Im Nordwesten Niedersachsens sind die Menschen im bundesweiten Vergleich am zufriedensten mit ihrer Arbeit. Mit 7,26 Punkten reicht es auch in dieser Kategorie für den ersten Platz. Es folgen Hamburg mit 7,16 Punkten und Franken mit 7,13 Punkten. Auffällig: In dieser Kategorie schneidet Mecklenburg-Vorpommern mit 7,11 Punkten im sonst eher unzufriedenen Osten gut ab, was für den vierten Platz reicht. Schlusslicht ist Thüringen mit 6,55 Punkten.

Zudem wird deutlich, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen der Arbeits- und der Lebenszufriedenheit gibt. So gilt den Autoren der Umfrage zufolge Arbeitslosigkeit als eines der größten Glückshemmnisse. Andererseits hätten sich Mindestlohn, steigende Reallöhne und die positive Arbeitsmarktentwicklung positiv auf die Arbeitszufriedenheit ausgewirkt.

Und Geld macht doch glücklich ...

Einkommen (Ø 6,2): Deutlich unzufriedener sind die Menschen in der Region Niedersachsen/Nordsee mit ihrem persönlichen sowie dem Haushaltseinkommen, das deutlich unter dem Durchschnitt liegt. Insgesamt 6,77 Punkte reichen nur für den zehnten Platz. Spitzenreiter mit vergleichsweise geringen 6,94 Punkten ist Schleswig-Holstein, gefolgt von der Region Baden mit 6,89 Punkten. Die neuen Bundesländer belegen die letzten Plätze.

Es zeigt sich, dass die Deutschen im Vergleich mit den anderen Kategorien relativ unzufrieden mit ihrem Einkommen sind. Es wirkt sich den Autoren der Studie zufolge recht stark auf die subjektive Lebenszufriedenheit aus. Die Tendenz sei jedoch wegen der guten Beschäftigungslage und steigenden Reallöhne positiv, so die Autoren. Sie resümieren: Je mehr Geld die Menschen haben, desto glücklicher sind sie.

Gesundheit (Ø 6,5): Mit 6,58 Punkten liegt die Region Niedersachsen/Nordsee lediglich 0,08 Punkte über dem bundesweiten Durchschnitt. Das reicht für den achten Platz. Die Region Nordrhein/Köln (6,95) und Hamburg (6,73) belegen die Spitzenplätze. Und auch in dieser Kategorie belegen die ostdeutschen Ländern die letzten Plätze – allen hinterher Brandenburg mit nur 6,09 Punkten.

Zusammenfassung:

  • Die Deutsche Post hat ihren deutschen Glücksatlas 2016 veröffentlicht. Er zeigt: Insgesamt sind die Deutschen zufrieden wie schon seit Jahren nicht mehr.
  • Der Nordwesten Niedersachsens (Region Niedersachsen/Nordsee) belegt den dritten Platz bei der Lebenszufriedenheit – wie bereits im vergangenen Jahr. Spitzenreiter sind erneut die Menschen in Schleswig-Holstein. Am unzufriedensten sind dieMenschen im Osten.
  • In zwei Kategorien sind die Menschen in der Region Niedersachsen/Nordsee sogar im zufriedensten: in den Lebensbereichen Wohnen und Freizeit sowie Arbeit.

(mit dpa/AFP)














Der Glücksatlas

Die Deutsche Post lässt den Glücksatlas einmal im Jahr als repräsentative Studie erheben, am Dienstag stellte sie ihn in Berlin vor. Die Daten stammen aus dem Sozio-ökonomischen Panel (SOEP) sowie einer Allensbach-Umfrage unter 5888 Menschen ab 16 Jahren vom Frühsommer 2016. Zudem befragte das Marktforschungsinstitut dimap rund tausend Bundesbürger ab 18 Jahren, wie offen und tolerant sie gegenüber kultureller Vielfalt sind.

Die allgemeine Lebenszufriedenheit wird in jeder Region mit einer Skala von 0 = „ganz und gar unzufrieden“ und 10 = „ganz und gar zufrieden“ abgefragt. Daraus ergibt sich die durchschnittliche allgemeine Lebenszufriedenheit der Befragten in jeder Region.

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