20.01.2016, 09:18 Uhr

Selbstbewusst nach Umfragen AfD sieht sich als Nachfolgepartei der CDU

Paul Hampel
              Foto: Gert WestdörpPaul Hampel Foto: Gert Westdörp 

Osnabrück. Die Alternative für Deutschland AfD will die Parteienlandschaft verändern und die CDU beerben. Das sagt der niedersächsische Landesvorsitzende Armin Paul Hampel.

Die Partei „Alternative für Deutschland“ AfD gibt sich nach guten Umfragewerten selbstbewusst und will die CDU als konservative Kraft beerben.

„Ich halte uns für die natürliche Nachfolgepartei der Christlich Demokratischen Union Deutschlands“, sagte Niedersachsens AfD-Landeschef Armin Paul Hampel in einem Gespräch mit unserer Zeitung. Die CDU habe sich „durch mangelnde Inhalte und ein Personal-Tableau, das nicht mehr überzeugt, selbst ins Abseits gestellt.“

Ziel: Zweistelliges Ergebnis 2018 bei Niedersachsen-Wahl

Hampel hat sich ehrgeizige Ziele für das Abschneiden der AfD bei den anstehenden Wahlen gesetzt: „Wir wollen 2018 auch in Niedersachsen zweistellig werden, wie sich das in anderen Bundesländern schon andeutet.“

In bundesweiten Umfragen hat die Rechtspartei, die von der Flüchtlingskrise profitiert, deutlich zugelegt und erreicht inzwischen zehn bis elf Prozent. Es gilt als sicher, dass sie am 13. März bei den Landtagswahlen in drei Bundesländern (Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt) in die Parlamente ziehen wird. In Niedersachsen ist die AfD nicht im Landtag vertreten.

Hampel gegen Kürzung von Entwicklungshilfe

In der Flüchtlingsdebatte sprach sich Hampel gegen den Vorschlag von SPD-Chef Sigmar Gabriel aus, afrikanischen Ländern die Entwicklungshilfe zu kürzen, wenn sie abgeschobene Migranten nicht zurücknehmen. „Das ist Unsinn“, sagte Hampel. „Entwicklungshilfe zu kürzen ist nicht im Sinne dieser Länder und nicht in unserem Sinne.“ Europa und die USA müssten stattdessen afrikanischen Ländern freien Zugang zum Weltmarkt gewähren, um deren Wirtschaft zu unterstützen.

Schutzzonen für Flüchtlinge vor Ort schaffen

Der Flüchtlingsstrom aus Syrien und dem Irak werde nur mit Hilfe vor Ort geringer werden. Man müsse „mit robusten UN-Mandaten Schutzzonen schaffen für Menschen, damit sie dort sicher leben können.“ Hampel kritisierte, dass die Integration von 1,1 Millionen Flüchtlingen, die Deutschland 2015 aufgenommen hat, „nicht funktionieren wird“.

Bandbreite von Positionen in der Partei

Hampel sieht keinen Anlass, den Thüringer Rechtsaußen Björn Höcke, dem nach Äußerungen Rassismus vorgeworfen wurde, aus der Partei auszuschließen. „Björn Höcke ist ein nationaler Träumer. Er hat eine Meinung, und wir sind eine Volkspartei, ich möchte diese Bandbreite haben.“

Klage über Behinderung der Arbeit

Der niedersächsische AfD-Landeschef beklagte, dass die Parteiarbeit behindert werde. Die AfD sei im Visier von Antifaschisten, „die auf ihren Webseiten bewusst und ausdrücklich Gewaltbereitschaft gut heißen“, sagte Hampel. Hier lesen Sie mehr zur AfD


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